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Neues aus dem Gewürzregal

Von Christina Böck

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Das hätte man der Queen nicht zugetraut. Dass ausgerechnet sie für eine Wiedervereinigung verantwortlich ist, mit der nun wirklich niemand mehr gerechnet hat. Nicht Ambros und Fendrich, nicht Nordkorea und Südkorea, nicht Brad Pitt und Jennifer Aniston. Nein, für das 60-jährige Thronjubiläum der englischen Königin, das mit einem Konzert im Sommer gefeiert wird, werden sich wahrscheinlich tatsächlich die Spice Girls reunieren. Für die jüngeren Leser und alle mit einem gesunden Verdrängungsmechanismus muss nun ein Exkurs in die schaurigen Untiefen der 90er Jahre folgen. Die Spice Girls, das war eine lustig bunte Formation von britischen Popsängerinnen, die eine Art "Feminismus im bauchfreien T-Shirt" propagierten. Das wurde "Girlpower" genannt und gipfelte in eleganten Gewürz-Metaphern und ewiggültigen Wahrheiten wie "Würze dein Leben nach, . . . lächeln, tanzen, das ist alles gratis und alles, was du brauchst, ist eine positive Einstellung." Da kann man freilich nicht viel falsch machen.

Von Girls zu sprechen ist heute zwar vielleicht etwas euphemistisch. Aber positive Einstellung soll auch da helfen. Und: Ob Prince Charles schon davon weiß? Den haben die fünf Fräuleins unter lautstarker Beteuerung, wie sexy sie ihn finden, einst bei einer Veranstaltung gar hart rangenommen - er konnte sich gar nicht oft genug Lippenstift von der Backe kratzen. Aber diesmal könnte er sich ja von erwachsenen Söhnen vertreten lassen. Harry und die Spice Girls, das verspricht Unterhaltungswert - allerdings wohl am wenigsten für die Jubilarin.