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Neues Leben an der Wiener Börse

Von Hans Almer

Wirtschaft

In brüderlicher Eintracht mit der Deutschen Börse hat sich der österreichische Aktienmarkt in der dritten Juliwoche erfolgreich gegen den Schwächetrend in Europa gestemmt. Bis zur Wochenmitte herrschte in Wien zwar weiterhin große Lustlosigkeit, am Donnerstag ist aber frischer Schwung in den Markt gekommen. Der ATX hat endlich wieder die 1.100-Punkte-Schallmauer nach oben durchbrochen, wobei der Rebound der Bank Austria die wesentliche Stütze bot.


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Der österreichische Finanz-Blue Chip profitierte von Spekulationen hinsichtlich eines etwaigen künftigen großen Partners und zog kräftig an. Bei Libro hat der Einstieg der WAZ-Gruppe nicht viel mehr als ein Strohfeuer entfacht, blieb doch der Deal in der Folge auf den Kurs ohne Auswirkung. Ein höchst beeindruckendes Comeback feierte unterdessen CyberTron. Der Telekom-Titel verzeichnete nach den markanten Korrekturen der letzten Monate einen extremen Kurssprung nach oben und avancierte so zum Börsenstar der Woche. Gelungen ist auch das Börsendebut der Feratel. Das im Specialist Market gelistete High Tech-Unternehmen wird in den Vienna Dynamic Index aufgenommen werden und verbuchte in der ersten Börsenwoche gegenüber dem Emissionspreis eine Wertsteigerung um mehr als 9%.

Der Fließhandelsindex ATX ist in der dritten Juliwoche um 1,8% auf 1.116,78 Punkte gestiegen. Im Vergleich dazu verzeichnete der deutsche DAX im selben Zeitraum ein Plus von knapp 1%, während sich der DJ Euro Stoxx als Indikator für das Euroland sogar um 0,8% ermäßigte.

Weit besser als die Old Economy hat sich in der abgelaufenen Woche wiederum die New Economy entwickelt. So kletterte der ViDX um 4,3% auf 1.453,82 Punkte und befand sich damit in bester Gesellschaft. Der Easdaq All Share erhöhte sich um 3,3% und der NEMAX zog um 2,8% an.

Im Topsegment verbuchten CyberTron einen steilen Kursanstieg um fast 29%. Wolford zogen um 7,5% an und machten die in der Woche zuvor erlittenen Verluste fast zur Gänze wett. Semperit verbuchten nach den vorangegangenen Korrekturen ebenfalls einen deutlichen Anstieg und auch Wienerberger zeigten sich fester. Bank Austria legten bei ausgesprochen lebhaftem Handel um nahezu 10% zu. Kräftige Einbußen mußten von den ATX-Werten dagegen Austrian Airlines mit mehr als 7% sowie EVN mit fast 6% hinnehmen.

Im B-Segment wurde die rasante Talfahrt der BETandWIN gestoppt, gab es nach den jüngsten Tiefstkursen eine Befestigung um 16%. Positiv fielen auch Do & Co mit einem Plus von über 12% auf. Austria Haustechnik bröckelten hingegen um weitere knapp 6% ab. Bei den im C-Segment gehandelten Werten fielen Rath und Grass mit Befestigungen von 22% bzw. 17% positiv auf. Die Kapitalanteilscheine der Vogel & Noot sanken dagegen um über 16%, die schwer angeschlagenen Heid sackten um mehr als 14% ab, Meinl International büßten über 11% ein.

Von den am Neuen Markt in Frankfurt gelisteten österreichischen Aktien konnten sich allen voran update.com mit einem Kurssprung um mehr als 50% hervorragend in Szene setzen. Brain Force zogen um fast 29% an.

Hans Almer ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse.