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Neustart für Kupferkonzern

Von Dieter Friedl

Wirtschaft

Kovats verfolgt Pläne in Deutschland und Serbien weiter. | Sonst Aufbau einer Kupferhütte am persischen Golf. | Gröbming. So ganz hat sich Mirko Kovats, einer der großen heimischen Neoindustriellen (A-Tec), bei der Oldtimerrallye "Ennstal Classic" nicht in seinem Element gefühlt. Kurzfristig als Subsponsor (mit etwa 30.000 Euro) eingesprungen, drehte er einige Runden im Oldtimer. Schon am nächsten Tag war er wieder in seinem Metier unterwegs: Er flog mit dem eigenen Bombardierjet in den Fernen Osten, auf der Suche nach neuen Geschäften.


Bei den letzten Deals war Kovats nicht vom Glück begünstigt. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" zeigte er sich allerdings voll neuer Pläne. Beim gescheiterten Versuch, einen europäischen Kupferkonzern aufzubauen, hat Kovats zwar kein Geld verloren, aber viel Arbeitszeit aufgewendet. Aufgeben will er seine Pläne aber nicht.

Der Einstieg und der nachfolgende - vom deutschen Kartellamt erzwungene - Ausstieg bei der Norddeutschen Affinerie und bei der belgischen Cumerio hat wenigstens noch mit rund 10 Millionen Euro Gewinn zu Buche geschlagen. Der gescheiterte Versuch, das serbische Kupferkombinat RTB zu übernehmen, brachte allerdings einen Verlust von 7 Millionen Euro.

RTB könnte billiger sein

Beides hat Kovats aber nicht ad acta gelegt. Der Entscheid der deutschen Kartellwächter wird angefochten. "Sollte ich da gewinnen, werde ich versuchen, wieder einzusteigen." Bei der serbischen Kupferhütte schaut es noch besser aus, da die Serben nach wie vor verkaufen wollen. Da bisher außer Kovats keine neuen Interessenten aufgetaucht sind, könnte ein künftiger Einstieg sogar zum Schnäppchen werden. Beim letzten, gescheiterten Kaufversuch bot Kovats 466 Millionen Dollar, nun will er weit weniger ausgeben.

Zudem könnte der Deal billiger werden, da man bestrebt ist, die serbische Seite mit etwa 30 Prozent ins Boot zu holen.

Sollten diese Pläne scheitern, will er am persischen Golf eine Kupferhütte auf der grünen Wiese bauen - das Erz soll aus dem nahen Sambia kommen. Der Aufwand für das Milliardenprojekt sei überschaubar. "Wir wollen dabei die industrielle Führerschaft und 25 Prozent." Die restlichen Anteile sollen arabische Investoren halten.

Frustriert ist Kovats von der Kursentwicklung seiner A-Tec-Aktie an der Wiener Börse. "Ich gebe die Hereinnahme eines 180 Millionen-Auftrages bekannt, und der Kurs fällt um 3 Euro." Die A-Tec-Aktie wurde mit 100 Euro begeben und schwankt derzeit um die 60 Euro. "Ich schau gar nicht mehr auf den Kurs."

In nächster Zeit wird zwar die Aufnahme frischen Kapitals zur Diskussion stehen (im November 2010 muss eine 100-Millionen-Anleihe zurückgezahlt werden), ein weiterer Börsegang scheint aber nicht angedacht. Überlegt wird die Aufnahme von Hybridkapital im kommenden Jahr. A-Tec ist sogar zwei Mal an der Wiener Börse vertreten, nämlich noch mit der Tochterfirma ATB. Dieser Wert soll irgendwann einmal von der Börse genommen werden, da nur mehr 3 Prozent der Aktien im Streubesitz sind.

Rückzug bei Oerlikon

Andere Engagements aus den vergangenen Jahren hat Kovats beendet. So wurden alle Gemeinsamkeiten mit seinem früheren Partner Ronny Pecik beendet. Mit Pecik hatte er einen sehr gewinnträchtigen Deal bei der VA Tech gemacht und den Aufsehen erregenden Einstieg bei der Schweizer Oerlikongruppe geschafft. Bei Oerlikon (früher Unaxis) wollte sich Kovats allerdings nicht auf russische Investoren einlassen und stieg aus. Auch aus der M&A Bank zog er sich zurück.

Anfang August feiert Kovats seinen 60. Geburtstag - aus dem Geschäft will er sich noch lange nicht zurückziehen. Oldtimer sind in seiner Garage nicht zu finden, für Ausfahrten stehen aber standesgemäße Fahrzeuge zur Verfügung: ein Bentley und ein Puch G AMG.