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Neustart nach Fast-Pleite

Von Karl Leban

Wirtschaft

Produziert wird nun auch für Lkw. | Turnaround für 2008/09 angepeilt. | Wien. Nur durch einen stillen Ausgleich Ende Juni hat der Kremser Autozulieferer Eybl International die drohende Pleite abwenden können. Nach einem Schuldennachlass und einer Finanzspritze des Hauptaktionärs Fries über gut 32 Millionen Euro will das börsenotierte Unternehmen, das im Vorjahr bei stark geschrumpften Umsätzen von 294 Millionen mit fast 46 Mio. Euro Verlust tiefrote Zahlen geschrieben hat, nun wieder durchstarten.


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Kern des Sanierungspakets ist eine Verbreiterung des Geschäfts. War die Produktion bisher nur auf die textile Ausstattung von Pkw ausgerichtet, will Eybl künftig auch in die Fertigung von Innenraum-Verkleidungen für Lkw, Busse, Bahnen und Flugzeuge gehen. Eybl-Chef Otto Zwanzigleitner - er ist im April von Magna Steyr geholt worden - erhofft sich davon neue Absatzmärkte, steigende Erlöse und eine wesentlich höhere Produktivität.

Hoher Auftragspolster

Mit dieser Strategie, so der Manager, werde es auch möglich sein, die Zahl der Beschäftigten und der Produktionsstandorte zu halten. Derzeit hat Eybl rund 4100 Mitarbeiter und neun Fabriken in Österreich (Krems), Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Deutschland.

Mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen rechnet Zwanzigleitner für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2008/09, wie er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" sagte. Eybls Produkte seien jedenfalls nach wie vor gefragt. Das zeige auch der Auftragsstand von rund einer Milliarde, der tendenziell stark nach oben gerichtet sei. Wann es wieder eine Dividende geben soll (für 2007/08 gehen die Aktionäre leer aus), ließ Zwanzigleitner vorerst offen.

Übrigens: Aus bilanztechnischen Gründen stellt der Zulieferkonzern seine künftigen Jahresabschlüsse um - vom bisherigen Bilanzstichtag 31. März auf 30. September.