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NEWEX · Die neue Osteuropabörse mit hohem Qualitätsanspruch

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Als Plattform, die Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa westliches Kapital zur Verfügung stellen will, versteht sich die New European Exchange (NEWEX), ein Joint-Venture der Wiener und der | Deutschen Börse, das im Herbst dieses Jahres die operative Tätigkeit aufnehmen wird.


Das Unternehmenskonzept wurde gestern, Donnerstag, in einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt. In der ersten Phase sollen an der NEWEX, die ihren Sitz in Wien hat und die

mit einem Grundkapital von 10 Mill. Euro ausgestattet ist, Aktien von Unternehmen aus den EU-Beitrittswerbern Polen, Tschechien und Ungarn sowie aus Russland gehandelt werden, wobei es zwei Segmente

geben wird: Amtlichen Handel/Geregelten Freiverkehr und Sonstigen Handel.

Aufsichtsratsvorsitzender wird Ferdinand Lacina

Die neue Börse wird auf dem Handelssystem Xetra laufen, das auch die Wiener Börse seit November 1999 nutzt. Die Abwicklung übernimmt Clearstream, eine Tochter der Deutschen Börse und Cedel

International.

Nicht nur der Name der neuen grenzüberschreitenden Börse blieb bis zuletzt geheim. Auf die Journalisten · insbesondere jene aus Österreich · wartete darüberhinaus noch eine weitere

Überraschung: Als Aufsichtsratsvorsitzender der NEWEX fungiert Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina. Der Vorstand setzt sich aus Erich Obersteiner, Vorstandsmitglied der Wiener Börse AG, und

Michael Radtke, Bereichsleiter des Central and Eastern Europe Department der Deutschen Börse AG, zusammen. "Wir verstehen uns nicht als Konkurrent der Börsen vor Ort, sondern als Ergänzung", betonte

Obersteiner.

Im Gegenteil: Studien würden belegen, dass parallele Listings eine Erhöhung der Liquidität in beiden Märkten herbeiführen.

Handelssystem von Auktion bis Market-Making

In Sachen Transparenz gehe NEWEX "weit über das hinaus, was vom Gesetz gefordert wird". Die Aufsicht erfolge über die Bundeswertpapieraufsicht (BWA) in Wien.

Für die NEWEX wurde zudem ein eigenes Handelssystem maßgeschneidert, das Obersteiner als "Hybrid aus Auktion und Market-Making bezeichnete. Handelsteilnehmer würden am Anfang westeuropäische

Privatinvestoren und internationale institutionelle Investoren sein.

Mit der osteuropäischen Regionalbörse gebe es gute Kontakte, aber "nichts Unterschriftreifes" bezüglich Zusammenarbeit oder eventuelle Beteiligungen. Zu den Ordergebühren wollte Obersteiner

nichts Konkretes sagen: "Wir werden nicht so teuer sein, aber Qualität hat ihren Preis". Und Qualität sei die große Stärke der NEWEX.

Jedenfalls werde man sich auch die Unternehmen genau ansehen, die eine Notiz an der Spezialbörse anstreben.