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Nicht die Form, sondern die Effizienz der Heizung fördern

Von Wolfgang Zaunbauer

Wirtschaft

Mehr Feinstaub durch Holzheizung. | Förderung verbrauchsarmer Geräte gefordert. | Wien. Würde man alle Ölheizungen durch Brennholz-Anlagen ersetzen, müsste man alleine in Tirol infolge erhöhter Feinstaubbelastung jährlich mit zusätzlich 53 Toten rechnen. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der Tiroler Ärztekammer.


Grund genug für das Institut für Wirtschaftliche Ölheizung (IWO), die Förderung von Brennholz- und Pelletsheizungen in Frage zu stellen. Statt dessen erwartet die Interessenvertretung der Mineralöl-, Heizungs- und Kamienindustrie für den Ölheizungsbereich von der Politik, ihr Augenmerk vermehrt auf energiesparende Heizungssysteme zu richten.

"Nicht alles, was grün ist, ist auch gesund und gut", sagt IWO-Geschäftsführer Martin Reichard gegenüber der "Wiener Zeitung" und fordert eine bundesweite Studie über die ökologischen Auswirkungen eines weiteren Zuwachses bei Holzheizungen.

Statt nur einer bestimmten Heizform den Vorzug zu geben - und damit auch die entsprechenden Fördermittel -, sei laut IWO unter dem Gesichtpunkt des Energiesparens eine Energieträger-neutrale Förderungspolitik nötig.

Nutzungsgrad bei über 100 Prozent

http://www.wienerzeitung.at/Images/2007/1/12/948_008_179247_120126heizu.png Gerade im Bereich der Energieeffizienz zeigen sich laut Reichard die Vorteile moderner Ölheizungen. Dank der Brennwerttechnik, bei der die Abgaswärme zur zusätzlichen Wärmegewinnung genutzt wird, liege der Nutzungsgrad solcher Geräte bei mehr als 100 Prozent. "Im Vergleich zu 20 Jahre alten Geräten kann man beim Ölverbrauch rund 40 Prozent einsparen", sagt Reichard. Weniger Verbrauch bedeutet auch weniger Kosten und weniger Emissionen. Daher liegt für das IWO die Forderung nach der Förderung für die Umstellung auf moderne Öl-Heizsysteme auf der Hand. Damit würde die Belastung mit Luftschadstoffen - vor allem Feinstaub - weiter reduziert.

Weiterer Vorteil der Ölheizung, die vor allem im ländlichen Bereich weit verbreitet ist, ist für Reichard die Versorgungssicherheit. Gerade bei der Biomasse sei diese nicht gegeben, da sich mittlerweile zu viele Interessenten um Holz und Holzabfälle streiten.