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Nicht die Harley liken! Nicht!

Von Christina Böck

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Für alle, die letztens dieses lustige Foto von dem Hund im Hundekostüm auf Facebook geliked haben: ein herzliches Oje. Denn eine Studie hat jetzt herausgefunden, dass man vom "Like"-Verhalten viel auf die Persönlichkeit des Klickenden schließen kann. Und zwar lassen sich so zum Beispiel Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, politische Einstellung und sexuelle Orientierung feststellen.

Etwa deutet eine "Gefällt mir"-Bekundung für die US-Satireshow "Colbert Report" auf einen hohen Intelligenzquotienten hin, mit einem "Gefällt mir" für "Harley Davidson" hingegen tut man sich intellekttechnisch keinen Gefallen. Was die Katzenbilder-Epidemie im gesamten Internet über die Menschheit aussagt, hat aber auch diese Studie nicht klären können.

Schriftsteller Jonathan Franzen gefällt auch etwas: deutschsprachige Literatur. In einem Interview hat er erzählt, dass er fast alle Bücher von Daniel Kehlmann gelesen hat. Auf der Uni hätten "diese Jungs" Kafka, Rilke, Mann und Döblin ihm vermittelt, dass Literatur "eine Sache von Leben und Tod" ist. Das ist doch mal eine freundliche Nachricht, so kurz vor der Leipziger Buchmesse, bei der als Publikumsmesse wohl die angelsächsische Literatur dominieren wird.

Mit der Begeisterung will es freilich auch Franzen nicht übertreiben. Lesungen auf Deutsch kriegt er hin. "Aber ich würde lieber einen hohen Berg besteigen, als ein halbstündiges Interview auf Deutsch zu geben. Das habe ich einmal gemacht und musste danach fast ins Krankenhaus." Also, da wären wir wieder beim Klischee: eine Sprache wie eine Körperverletzung.