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Nicht für jeden ein Freudensprung, liebe Minister

Von Ina Weber

Politik
Ina Weber.

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Keine Frage, die Bemühungen seitens der Regierung, die Menschen, vor allem die Kinder mit Migrationshintergrund, zu unterstützen, sind zu goutieren. Immerhin hat in Wien bereits bald jeder Zweite einen Migrationshintergrund. Die damit einhergehenden Probleme liegen auf der Hand - vor allem in den Schulen.

Bei genauerer Betrachtung ist der Schritt von Familienministerin Sophie Karmasin und Integrationsminister Sebastian Kurz, ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr einzuführen, aber wohl nicht für jeden ein Freudensprung. Und da muss man auch gar nicht parteipolitisch werden. Vor allem nicht für jene Mütter, die sich gerne selbst ein paar Jahre um ihre Kinder kümmern möchten. Ein Vierjähriger, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, kann aus vielerlei Gründen lieber in seiner vertrauten Umgebung sein als in einer fremdbetreuten. Zumal sich die Rahmenbedingungen der Kindergärtner noch immer nicht verändert haben. Diese sind schlecht bezahlt, die Engagierten gehen und machen eine Fortbildung zur Volksschullehrerin. Die, die bleiben und wenig verdienen, sind nach ein paar Jahren ausgelaugt. Von einer personellen Unterstützung für irgendeine Art von Sprachförderung gar nicht erst zu reden. Die Sprache der Kinder fördern kann man auf vielerlei Wegen, allerdings muss die Umgebung, in der Sprache gelernt wird, auch passen. Erst dann kann man Vierjährige zwangsverpflichten.