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Nichts konnte ihn jetzt stoppen

Von Stephanie Dirnbacher

Analysen

Freudentaumel bei SPÖ-Wählern. | Es war ein "guter Tag" für Gusenbauer. | Ybbs/Wien. "Ich habe davon geträumt, aber ich hätte es mir nie erwartet!" Der strahlende Wahlkämpfer Johannes Fuhrmann sprach gestern, Sonntag, für viele SPÖ-Wähler. Ab dem späten Nachmittag fielen sich im Festzelt gegenüber der Parteizentrale der Sozialdemokraten laufend Menschen in die Arme und bejubelten den Sieg der SPÖ. Rote Fahnen wurden geschwenkt, es regnete Konfetti. Dazu liefen in ohrenbetäubender Lautstärke abwechselnd Songs wie "We are the Champions" und "Nothings gonna stop us now" und Parteilieder. Die Partystimmung war nicht zu bremsen. Jung und Alt, Menschen im Anzug und leger gekleidete Jugendliche - sie alle gröhlten zu den Songs mit, einige tanzten, einige klatschten. Auch wichtige Parteimitglieder wie Josef Cap, Renate Brauner und natürlich Wiens Bürgermeister Michael Häupl ließen sich das Feiern in dem heißen, überfüllten Zelt nicht entgehen.


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Dann der große Applaus für den SPÖ-Spitzenkandidaten, der sich gegen halb sieben als neuer Bundeskanzler vorstellte. Zuvor war er in seinem Heimatort Ybbs an der Donau wählen gewesen, hatte seinen Vater besucht und war noch "ein bisserl laufen" gegangen.

Guter Start in den Tag

Bereits am Vormittag prophezeite Gusenbauer, dass es "ein guter Tag wird". Als er in Ybbs seine Stimme abgab, wirkte der Parteichef zuversichtlich und gelassen. Zahlreiche Ybbser hatten sich vor dem Wahllokal in der Hauptschule versammelt, um ihrem Favoriten viel Glück zu wünschen. Deshalb war sich Gusenbauer auch sicher, die absolute Mehrheit in seinem Heimatort zu bekommen. Sonst wollte er aber keine Wahlprognosen abgeben und meinte nur, "dass es knapp wird".

Skepsis und Jubel

Eng sah es auch bei der ersten Hochrechnung um 17 Uhr aus. In der Parteizentrale der SPÖ traute man sich über den knappen Vorsprung vor der ÖVP beinahe nicht zu jubeln. Dennoch stand Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos die Schadenfreude ins Gesicht geschrieben.

Am Abend war diese Schadenfreude dann ganz offiziell. Die Skepsis wich der gnadenlosen Begeisterung. Die jungen Wahlkämpfer im Festzelt hielten abwechselnd Gusenbauer-Plakate hoch und schwenkten die roten Fahnen. Als über die Leinwand die jüngsten Hochrechnungen des ORF präsentiert wurden, erntete Gusenbauer jubelndes Geschrei und tosenden Applaus. Für Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache gab es indessen neben Buhrufen und Pfiffen wüste Beschimpfungen.