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Nigeria: Neue Angriffe auf Shellanlagen

Von WZ Online

Politik

Die nigerianische Rebellenorganisation Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas (MEND) hat erneut eine Öl-Förderanlage von Shell angegriffen. Die Pipeline sei im Nigerdelta in der Nähe der Stadt Bakana zerstört worden, teilte MEND am Dienstag per E-Mail mit.


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Shell gab zunächst keinen Kommentar ab. Bereits am Sonntag und Montag gab es Angriffe auf Anlagen. Die MEND-Rebellen kämpfen für eine stärkere Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an den Gewinnen aus der Ölförderung.

MEND teilte weiter mit, sie wollten so bald wie möglich zwei südafrikanische Geiseln freilassen, die sie wiederum von "Piraten" befreit hätten. Die beiden gehören zu einer Gruppe von insgesamt 27 Geiseln, darunter 22 Nigerianer.

Grund für eine baldige Freilassung sei ein Appell der Ehefrau von Henry Okah, Azuka. Henry Okah ist einer der Führer von MEND und sitzt seit September vergangenen Jahres im Gefängnis. Azuka Okah erklärte, Südafrika sei für sie und ihre Kinder zu einem neuen Zuhause geworden. Sie würden dort gut behandelt. Ursprünglich hatte die Bewegung erklärt, sie wollten keine der Geiseln freilassen, als Faustpfand für Henry Okah.

Bisher noch nicht identifizierte Bewaffnete entführten in der Nacht auf Dienstag einen britischen Staatsangehörigen, wie ein Sprecher der nigerianischen Armee mitteilte. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.

Am Sonntag hatte die größte Rebellenorganisation im Nigerdelta einen "Erdölkrieg" unter dem Decknamen "Orkan Barbarossa" angekündigt. Die ausländischen Erdölunternehmen in der Region wurden aufgefordert, ihre Mitarbeiter in Sicherheit zu bringen und ihre Produktion einzustellen. Mit Erdöl nimmt Nigeria 90 Prozent seiner Devisen ein. Die häufigen MEND-Angriffe auf Öl-Anlagen haben die Fördermenge in Nigeria deutlich sinken lassen. Wurden 2006 noch 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert, sind es derzeit nur noch zwischen 1,8 und zwei Millionen Barrel täglich. (APA)