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New York Times: Bush agiert konträr zu den Empfehlungen der Baker-Kommission | Beobachter sehen Parallelen zu Vietnam | Senator Levin warnt | Laut einem Bericht der "New York Times" will die US-Regierung ihre Truppen im Irak um 17.000 bis 20.000 Soldaten aufstocken. Die meisten der zusätzlichen Kräfte sollten voraussichtlich in der Hauptstadt Bagdad und deren Umgebung eingesetzt werden, schrieb die Zeitung am Freitag auf ihrer Internetsite unter Berufung auf Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.
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UDiese Option sei bei den Beratungen von Präsident George W. Bush mit Kabinettsmitgliedern und Sicherheitsberatern auf seiner Ranch im texanischen Crawford diskutiert worden und habe sich als wahrscheinlicher Kurs herauskristallisiert.
An dem Treffen in Crawford nahmen Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Robert Gates, Außenministerin Condoleezza Rice, Generalstabschef Peter Pace und Sicherheitsberater Stephen Hadley teil.
Bush steht wegen der anhaltenden Gewalt in dem Golfstaat unter Druck, eine neue Strategie für den Irak vorzulegen. Eine Aufstockung der US-Truppen, um die Lage in den Griff zu bekommen, ist innenpolitisch umstritten. Eine Einbindung Syriens und des Iran in die Lösung der Irak-Krise, wie von der unabhängigen Kommission um Ex-Außenminister James Baker empfohlen, lehnt die Bush-Regierung ab.
Ein neues Vietnam?
Die aktuelle Strategie der Regierung Bush hat zu Diskussionen geführt, ob die USA im Irak ein zweites Vietnam verhindern könne. Für zusätzliche Argumente sorgt ein Interview mit dem Ex-Präsidenten Gerald Ford, das die "Washington Post" zwei Tage nach dessen Tod veröffentlichte. Darin erklärt er, dass er den Krieg gegen den Irak im Frühjahr 2003 nicht für gerechtfertigt hielt.
Eine Parallele erkennen viele Beobachter in den Vorschlägen der Baker-Kommission, die dem US-Präsidenten nahelegt, alle Truppen abzuziehen. Eine ähnliche Empfehlung gab es 1968, was in der Folge zum Abzg und zum Friedensschluss führte.
Der einflussreiche US-Senator Carl Levin sprach sich für eine Verringerung der Soldaten aus. In CNN meinte Levin, der künftig den Streitkräfteausschuss im Senat leitet: "Wir sind im Irak nicht auf dem Weg zum Erfolg." Die US-Truppen aufzustocken und weitere Soldaten in den Irak zu schicken, "zieht uns bloß noch tiefer rein und hält uns auf demselben Kurs."
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