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Non-Profit-Organisationen fehlt oft ein klares Leitbild

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft

Studie: Mängel bei langfristiger Strategie. | "Soziale" Ziele sind schwer messbar. | Wien. Auch nicht gewinnorientierte Unternehmen brauchen Controlling, um ihre Ziele besser zu erreichen. Eine am Mittwoch präsentierte Studie der Contrast Management Consulting und des Controller-Instituts hat ergeben, dass Steuerung und Zielprüfung in Non-Profit-Organisationen bereits einigermaßen Fuß fassen, Langfrist-Maßnahmen aber rar sind.


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Für die Studie wurden rund 100 Non-Profit-Unternehmen befragt, davon mehr als ein Drittel aus der öffentlichen Hand.

Die auf ein Jahr angelegte operative Steuerung mittels Kostenrechnung, Budgetplanung und Berichtswesen haben bereits 80 Prozent der Unternehmen eingeführt. Die strategische Steuerung, bei der langfristige Ziele gesetzt und überprüft werden, haben hingegen erst 40 Prozent umgesetzt.

Gefangen im Hamsterrad

Dass viele nicht gewinnorientierte Unternehmen bisher keine langfristigere Planung haben, erklärt Christian Horak von Contrast mit Zeitmangel: "Viele Führungskräfte sind im Hamsterrad gefangen, laufend akute Probleme lösen zu müssen. Um eine langfristige Strategie festzulegen, müssten sie Zeit freischaufeln." Auch aufgrund der Komplexität von Controlling würden sich viele Unternehmen schwer tun, Steuerungs-Werkzeuge zu integrieren. "Teilweise arbeiten die Führungskräfte gute Strategien aus, aber diese werden nicht oder unzureichend an die Mitarbeiter kommuniziert", so Horak. Er empfiehlt, die Strategie mit den Beschäftigten in einem Workshop auf ihren Bereich umzulegen.

In vielen Non-Profit-Organisationen hakt es laut Horak auch an der Überprüfung der gesetzten Ziele. Da diese Ziele nicht auf Gewinn ausgerichtet sind, können sie oft schwer messbar gemacht werden.

"Hat ein Unternehmen sich zum Ziel gesetzt, die Selbständigkeit von Behinderten zu erhöhen, so kann man dafür schwer einen Indikator zum Überprüfen finden", so Horak. Besser sei hier eine Beobachtung oder ein Projekt.