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Nordischer Blair mit gutem Instinkt

Von Andreas Stangl

Europaarchiv

Premier Stoltenberg ist ein Mann der politischen Mitte. | Oslo. (apa) Jens Stoltenberg steht mit 50 Jahren am vorläufigen Zenit seiner Karriere. Kaum jemand hatte gedacht, dass es dem Sohn des früheren Außenministers Thorvald Stoltenberg gelingen würde, erneut Regierungschef zu werden.


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Stoltenberg gilt als Vertreter des Mitte-Flügels der Sozialdemokraten, lange Zeit genoss er den Ruf eines "norwegischen Tony Blair". Diese Charakterisierung brachte ihm unter anderem die Teilprivatisierung des staatlichen Mineralölunternehmens Statoil ein, sowie die Loslösung der Krankenhäuser aus der Gemeindeverwaltung. Der ehemalige Umweltpolitiker Stoltenberg war es auch, der grünes Licht für die Ausbeutung neuer Erdölvorkommen im Nordmeer gab. Auf jeden Fall scheint der 50-jährige ein gutes Gespür für die aktuelle Wählerstimmung zu haben: Zuletzt heftete sich Stoltenberg die Wahrung des Wohlfahrtsstaats an die Fahnen und setzte sich für Reformen der Altenfürsorge, des Gesundheitssystems sowie für die Sicherung von Arbeitsplätzen ein. Das brachte seiner Partei wohl auch die für die Fortsetzung der Koalition vermutlich entscheidenden Zugewinne.

Grundsätzlich befürwortet Stoltenberg einen EU-Beitritt, auch wenn die Frage so lange auf Eis liegt, wie eine stabile Bevölkerungsmehrheit dagegen ist. Die Norweger kippten bereits zwei Mal (1972 und 1994) den schon ausverhandelten Beitritt zur Union.