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Nur 5 Euro pro Tonne CO2

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die Grazer Strombörse EXAA will ab Jänner 2005 auch in den Handel mit Verschmutzungsrechten einsteigen. Vorstand Ludwig Nießen rechnet mit einem Preis von nur 5 Euro pro Tonne CO2. Zu Beginn wäre er mit einer kleinen Menge von 300.000 t pro Jahr zufrieden. Das wäre 1% der heimischen Zuteilung.


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Über den Preis für eine Tonne Kohlendioxid gibt es derzeit nur Spekulationen. Auf der Chicago Climate Exchange werden derzeit Emissionszertifikate um weniger als einen Dollar pro Tonne gehandelt. Experten schätzen daher die Kosten für Europa auf maximal 10 Euro, Nießen geht von nur 5 Euro aus.

Bisher wurde von vielen Vertretern der Industrie die drohenden horrenden Preise zwischen 13 und 25 Euro pro Tonne kritisiert.

Die EXAA soll sich laut Nießen als Handelsplattform für mittelgroße Unternehmen etablieren, die einen Bedarf an Verschmutzungsrechten haben. Ob es überhaupt eine rege Handelstätigkeit geben wird, steht in den Sternen. Derzeit haben noch nicht alle EU-Staaten ihren Allokationsplan in Brüssel absegnen lassen. Sollte die Zuteilung der Gratis-Zertifikate an die Industrie und Energiewirtschaft allzu großzügig erfolgt sein, wird es lange dauern bis eine Nachfrage zustandekommt.

Die Strombörse ist darauf angewiesen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Seit ihrer Gründung 2002 hat sie Verluste von insgesamt 1,7 Mill. Euro gemacht. Mit diesem Jahr werde das Ergebnis positiv sein, betont Nießen. Er geht nicht davon aus, dass das Land Steiermark sich von seinem 26,6%-Anteil an der EXAA trennen will - auch wenn ihr Gründer Finanzlandesrat Herbert Paierl die Landespolitik verlassen hat.