)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Während manche Kommunikationswissenschaftler meinen, dass sich Politik in ihrem medialen Auftreten zunehmend theatralisiere, haben nicht zuletzt die ORF-"Konfrontationen", die gestern mit der so genannten "Elefantenrunde" zu Ende gingen (das klingt freilich nach Zirkus), gezeigt, dass der Vergleich mit dem Sport zutreffender ist. Es war daher auch durchaus passend, dass mit Elmar Oberhauser der nunmehrige TV-Sportchef als Art Ringrichter am Tisch saß. Und mit Fritz Melchert war auch jener Bildregisseur am Werk, der sonst alle sportlichen Großereignisse in Österreich dirigiert. Am Mittwoch hatte er noch Andi Herzog bei seinem 100. Länderspiel ins Bild gerückt, gestern die vier Spitzenkandidaten. Und als vor der ersten Konfrontation gerade ein Fußballspiel zu Ende ging, kündigte Moderator Hans Huber den Beginn der Live-Diskussion am anderen Kanal so an, als ginge das Spektakel dort einfach weiter. Und in gewisser Weise stimmte das ja auch.
Selbst die Kommentatoren und Interpreten der politischen Auseinandersetzungen griffen meist zu sportlicher Metaphorik: von Punktesieg, technischem K.o. und einem "glatten 3:0" war die Rede. Bleibt nur die Frage, ob man sich mit diesen quotenträchtigen Matches nur alle vier Jahre, also quasi in olympischem Abstand, zufrieden gibt? Der Erfolg verlangt nach Mehr und Öfter. Nichts wäre daher schlimmer für die Medien als eine Legislaturperiode "über die volle Distanz", ohne Krisen, ohne Koalitionsbruch und ohne vorgezogene Neuwahlen. Das wäre echt eine Niederlage.
)
)
)
)