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Exklusiv-Interview mit Irans Botschafter in Wien, Seyed Mohsen Nabavi. | Wiener Zeitung :Wie sehen Sie die zunehmende Eskalation im Karikaturenstreit, die auch Österreich zu spüren bekommt?
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Seyed Mohsen Nabavi: Es bedrückt mich zutiefst, dass in den vergangen Tagen sowohl in Teheran, als auch in anderen islamischen Ländern Gewaltakte stattgefunden haben. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass die Religion des Islam eine Gemeinschaft von Freundschaft, Frieden und Verständnis ist. Die Auslöser dieses Konflikts, 12 in Dänemark erschienene Karikaturen, sind eine Beleidigung für mehr als zwei Milliarden Moslems weltweit.
Die Karikaturen rechtfertigen aber keine brennenden Flaggen und Attacken auf diplomatische Vertretungen.
Vollkommen richtig. Der Islam ist nicht gleichzusetzen mit den Menschen, die diese zu verurteilenden Gewaltakte verüben. Nur eine gemeinsame Offensive zur Deeskalation kann die Lage jetzt beruhigen. Es ist evident, dass einzig und allein der Dialog als Mittel zielführend sein kann.
Welche Maßnahmen zum Schutz der Österreicher und anderen Europäer wurden nach den Demonstrationen vom Dienstag ergriffen?
Ich versichere Ihnen, dass die Polizeipräsenz rund um europäische Einrichtungen deutlich erhöht wurde und bin zuversichtlich, dass sich Europäer in Teheran nach wie vor sicher fühlen können.
Unser Präsident Mahmoud Ahmadi-Nejad hat außerdem angeordnet, dass österreichische Einrichtungen besonders zu schützen sind. Ich betone klar und deutlich: Der Angriff galt nicht Österreich, sondern dem EU-Vorsitz. Denn Österreich ist ein besonderer Freund des Iran. Gesprächs forcieren wird.
Präsident Ahmadi-Nejad hat eine "Überprüfung" der Wirtschaftsbeziehungen mit einigen Ländern, allen voran Dänemark, angekündigt.
Obwohl der iranische Botschafter aus Kopenhagen zurückberufen wurde und tatsächlich sehr viele Menschen erbost sind, hoffe ich, dass sich der Konflikt so rasch wie möglich legt, das heißt, das auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Dänemark und dem Iran nicht darunter leiden.
Wie geht es im Atomstreit weiter?
Der Iran war stets bemüht den Weg des Dialogs zu gehen und wird dies auch weiterhin tun. Wir haben genug Beweise geliefert, dass unsere Absichten in dieser Frage friedlich sind. Wenn die IAEO dies nicht anerkennt, so werden wir künftig nur noch im Rahmen unserer Verpflichtungen hinsichtlich des Atomwaffensperrvertrages agieren und alle zusätzlichen freiwilligen Maßnahmen einstellen.
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