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Nur kurzer Baustopp am Steinhof

Von Christian Rösner

Politik
Projekt auf dem Areal des Otto-Wagner-Spitals.

Arbeiten der Vamed waren bisher bewilligungsfrei. | Nur Genehmigung für Baugrube steht vorläufig noch aus.


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Wien. Seit Juni ist die Aufregung bei der Bürgerinitiative am Steinhof in Wien-Penzing groß: Da haben nämlich im Osten des Spital-Areals die Vorarbeiten für ein Spitals- und ein Wohnprojekt begonnen.

Dieser Tage freuen sich die kritischen Anrainer über einen Stopp der Arbeiten für das geplante Reha-Zentrum. Der Projektbetreiber, die Vamed, hat nämlich ohne Baugenehmigung eine Baugrube ausgehoben und musste die Arbeiten nach einer Anzeige einstellen. Aber nur vorläufig: "Die seit Juni stattfindenden Abbrucharbeiten für das Reha-Zentrum waren genehmigungsfrei, nur für die Grabungen der Fernwärme-Leitungen hat die Genehmigung gefehlt", heißt es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Nachsatz: "Die könnte schon nächste Woche vorliegen."

Neben dem geplanten Reha-Zentrum der Vamed errichtet die Gesiba Wohnungen: Der Wiener Krankenanstaltenverbund hat der Gesiba ein 26.000 Quadratmeter großes Grundstück für rund 600 Wohnungen im denkmalgeschützten Park-Ensemble verkauft.

Ursprünglich hatten die Anrainer gefordert, dass das gesamte Areal ungeteilt in öffentlichem Besitz bleiben sollte. Mittlerweile wird "das Verscherbeln von Wiener Familiensilber" beklagt sowie mangelnde Einbindung bei der Planung.

Letztere habe es zumindest im Zuge der Flächenwidmungen gegeben, erklärt man bei der Stadt Wien. Was die Gestaltung anbelangt, müssten rein baurechtlich gesehen die Anrainer überhaupt nicht informiert werden, weil bereits gewidmete und bebaute Fläche nochmals überbaut wird. Hier sei der Bezirk und der Projektbetreiber gefragt.

Kritisiert wird weiters, dass es bis dato keine Architektenpläne, kein Baumodell und kein Verkehrskonzept gibt. "Was das Wohnprojekt betrifft, so hat es bei uns noch keine Einreichungen gegeben", so der Sprecher von Ludwig.

Gesiba beruhigt

"Wir präsentieren alles nach der Ferienzeit im September den Anrainern - eineinhalb Jahre vor Baubeginn", dann werde auch eingereicht, betont Gesiba-Chef Ewald Kirschner. Man habe stets alles offen kommuniziert. Im Bauausschuss seien alle Parteien plus Bezirksvertretungen anwesend gewesen, die Planungen eng mit dem Denkmalamt akkordiert, so Kirschner.

Bis 2016 soll das Wohnprojekt in drei Etappen fertiggestellt sein. Vorgesehen sind auch eine Schule mit Turnhalle und ein öffentliches Café. Dabei werde "um 20 Prozent weniger verbaut, als der Flächenwidmungsplan hergeben würde - mehr kann man doch wirklich kaum tun", meint Kirschner. Und: "Das Areal bleibt offen, man wird weiter durchspazieren können, Zäune gibt es keine."

Dass vor allem die Vamed in einem so sensiblen Bereich die Arbeiten ohne Genehmigung beginnt, verärgert die grüne Planungssprecherin Sabine Gretner. Sie wünscht sich generell mehr Information für die Bürger - vor allem schon im Planungsstadium eines Projektes. "Bezirksausschüsse sind einfach zu wenig", betont Gretner.