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Obama-Gegner starten Schlacht

Von Alexander U. Mathé

Politik

Texas-Gouverneur kandidiert wohl auch. | Quereinsteiger mit guten Chancen.


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Ames/Wien. Am Ende stahl Perry allen die Show. Am Donnerstagabend trafen die republikanischen Kandidaten, die bei den US-Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr gegen Barack Obama antreten wollen, in einer TV-Konfrontation aufeinander. Doch die größte ungeteilte Aufmerksamkeit wurde einem Mann zuteil, der gar nicht auf der Bühne gestanden hatte: Rick Perry, der Gouverneur von Texas.

Kurz vor dem TV-Event trudelten die ersten Meldungen ein, dass der 61-Jährige heute, Samstag, seine Bewerbung als republikanischer Kandidat für das Präsidentenamt bekanntgeben wolle. Sofort gingen die Spekulationen los: Favorit Mitt Romney habe jetzt den ersten ernstzunehmenden Konkurrenten erhalten, die Chancen der zweitplatzierten Michele Bachmann seien gefallen, mancherorts spricht man davon, dass ins Weiße Haus ein zweiter George W. Bush einziehen könnte, von dem Perry das texanische Gouverneursamt im Jahr 2000 übernommen hat.

Das erste, was einem in den USA bei Rick Perry in den Sinn kommt, ist seine evangelikale Einstellung. Mit ihr bewegt der gläubige Methodist die Massen: Letzten Samstag lud er in der texanischen Stadt Houston Christen zum Tag des Betens und Fastens. 30.000 Gläubige folgten seinem Aufruf und beteten dafür, dass Gott helfe, den Niedergang der USA zu stoppen. Bei sich in Texas kann der wirtschaftsfreundliche und erzkonservative ehemalige Kampfpilot auf eine drastische Reduzierung der Arbeitslosenrate verweisen. Und noch einen Bonus hat der ansonsten vom republikanischen Establishment geschätzte Politiker; er punktet auch bei der mächtigen Protestbewegung Tea Party.

Auf deren Stimmen zählte bis jetzt eigentlich die erzkonservative Kongressabgeordnete Michele Bachmann. 1,57 Meter klein, zart und zierlich war sie bei der achtköpfigen TV-Debatte im kleinen Städtchen Ames in Iowa die Schrillste und Aggressivste unter allen Kandidaten. Damit war sie nicht nur physisch der Mittelpunkt der zweiten TV-Konfrontation, die diesen Namen endlich auch verdiente.

Harte Attacken bei TV-Konfrontation

Die erste Runde hatte noch einem zuvorkommenden Stelldichein der Kandidaten geglichen, die sich darauf beschränkten, Barack Obama anzugreifen. Diesmal war auch Platz für gegenseitige Attacken. Für Brisanz sorgten zudem die harten Fragen des Moderators von Fox News. Der Sender die Debatte übertrug, ist im rechten politischen Spektrum angesiedelt. Dennoch sprang der Journalist alles andere als sanft mit den Kontrahenten um. Bachmann fragte er, ob sie nach wie vor zu ihrer an die Bibel angelehnte Aussage stehe, dass sich die Frau dem Mann zu unterwerfen habe und ob sie das als Präsidentin auch tun werde. Was folgte war die Karikatur eines Lächelns und eine ausweichende Antwort. Damit machte sie ihre Sache immerhin besser als Newt Gingrich. Statt sich mit den anderen Kandidaten zu duellieren, ging der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses auf den Moderator los. Mit einer unangenehmen Frage konfrontiert, forderte er ihn auf, seine Fangfragen zu Hause zu lassen.

Das heftigste Duell des Abends lieferten sich der Ex-Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, und die ebenfalls Minnesota vertretende Bachmann. Er warf ihr vor, im Kongress absolut nichts erreicht zu haben. Sie konterte, er habe die ihrer Meinung nach verfassungswidrige Gesundheitsreform Obamas in Minnesota unterstützt.

Romney konzentriert sich auf Obama

Daneben verblassten andere Kandidaten wie der Ex-Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, der Ex-Abgeordnete Rick Santorum oder der Ex-Manager Herman Cain und der Ex-Präsidentschaftskandidat Ron Paul.

In einer anderen Liga spielte Mitt Romney. Auf die wenigen zögerlichen Attacken auf seine Person reagierte der gescheiterte Präsidentschaftskandidat von 2008 so gut wie gar nicht. Als Favorit nahm er sich offenbar das Recht heraus, über dem Geplänkel zu stehen und seinen eigentlichen Gegner anzuvisieren: Barack Obama. Er wurde nicht müde zu betonen, wie schlecht Obama wirtschaftet, und dass alles viel besser zu machen sei. Doch darin waren sich ohnedies alle Kandidaten einig.

Wer letztlich die Nase vorn hat, wird heute die "Ames Straw Poll" weisen. Diese Testabstimmung gilt gemeinhin als Trendbarometer für die Kandidaten und hilft Spendern dabei zu entscheiden, wem sie ihr Geld geben wollen. Perry wird dann zwar nicht auf der Liste stehen, doch ihm dürften schon die allgemeinen Umfragen genügen, die ihn nur knapp hinter Romney sehen.