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Obama verschärft den Ton im Handelsstreit mit China

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Apec-Staaten stehen für mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung.


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Honolulu. Das bisher obligate Familienfoto der Staats- und Regierungschefs in Hawaiihemden erschien US-Präsident Barack Obama unpassend: "Wir sind hier um zu arbeiten", erklärte der Gastgeber - und hob beim Gipfel der 21 Staaten der transpazifischen Apec-Partnerschaft am Wochenende in Honolulu den Streit über die Handelsbeziehungen mit China auf die Agenda. Obama warnte Chinas Präsident Hu Jintao, die Amerikaner seien zunehmend frustriert über die Handels- und Währungspraktiken des Landes - China müsse sich an die Spielregeln halten. Die USA werfen der Volksrepublik vor, ihre Landeswährung Yuan künstlich niedrig zu halten und sich damit Exportvorteile zu verschaffen. Im Vier-Augen-Gespräch habe Obama die Beschwerden über China auf ein neues Niveau gehoben, sagte ein Berater im Weißen Haus: Im Vergleich zu früheren Treffen der beiden Regierungschefs habe Obama einen deutlich schärferen Ton angeschlagen.

Chinas Präsident Hu unterstrich dagegen vor allem die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit. Mit Blick auf die europäische Schuldenkrise sagte Hu, gerade in turbulenten Zeiten sei es umso wichtiger, dass die USA und China "ihre Kommunikation und Abstimmung" in Wirtschaftsfragen ausbauten. Hu bekräftigte die Bereitschaft seines Landes zu Reformen und zur Öffnung der Märkte. Zugleich unterstrich er aber auch den Anspruch auf mehr Einfluss für China als aufstrebende globale Wirtschaftsmacht.

Grundzüge für die neue Freihandelszone TPP stehen

Mit einem neuen Handelsbündnis will Obama dagegen den Einfluss der USA in Asien festigen und China Paroli bieten. Die Grundzüge der Kooperation mit den Ländern der Region um den Pazifik seien bereits vereinbart, erklärte Obama. Die sogenannte Transpazifische Partnerschaft (TPP) ist als Freihandelsabkommen angelegt und könnte schon ab Mitte nächsten Jahres starten. Zu den Partnerstaaten gehören neben den USA Australien, Brunei, Chile, Malaysia, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und Japan, während etwa China und Südkorea außen vor bleiben.

In den vorerst an der Freihandelszone beteiligten zehn Apec-Staaten - Kanada und Mexiko haben ihr Interesse ebenfalls angemeldet - werden rund 35 Prozent der weltweiten Wertschöpfung generiert. Weit mehr als in der Europäischen Union: Die derzeit größte Freihandelszone der Welt erbringt lediglich 26 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Die Apec ist 1989 gegründet worden., ihre 21 Mitgliedstaaten bilden die dynamischste Wirtschaftsregion der Welt und stehen für mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung.