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Barack Obama ist als Liberaler in den Wahlkampf gegangen und wird ihn als Konservativer beenden. In den USA kann nur gewählt werden, wer die politische Mitte sucht, die nationalen Interessen hoch hält und bereit ist, diese auch mit militärischen Mitteln zu verteidigen.
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Als außenpolitische Vorbilder nannte Obama die republikanischen Präsidenten Eisenhower und Reagan. Damit sind Obama und McCain nur um Nuancen unterschiedlich, hat doch letzterer Theodore Roosevelt und Harry Truman als politische Vorbilder genannt. Beide sind für Unilateralismus und für Multilateralismus, wenn es jeweils sinnvoll ist.
Obama ist für einen Verbleib von US-Truppen im Irak und einen Sieg in Afghanistan. Warum die europäische Linke voller Hoffnung auf Obama setzt und alles Übel in McCain erblickt, ist einer der Irrtümer europäischer Politiker, die die amerikanische Polit-Szene nicht verstehen wollen oder können. Ein Beispiel: Schon Raab und Figl meinten, die USA wären eine links-liberale Republik, weil sich der demokratiefeindliche Austro-Faschismus samt konservativ-katholischem Denken mit dem amerikanischen Demokratiemodell einfach nicht vereinen lässt. Links und Rechts sind in den USA anders gelagert.
Obama und McCain werden ihr Kabinett, ihre Unterstaatssekretäre, den Nationalen Sicherheitsrat, Berater, die Verteidigungs- und Wirtschaftsexperten aus jenen Pools von Intellektuellen zusammenstellen, aus denen alle amerikanischen Präsidenten seit 1945 ihre Experten wählten.
Interessant ist die starke Position von Bush, der auch jetzt alle Gesetze und Budgetwünsche im Kongress spielend durchbrachte. US-Kommentatoren begannen mit einer Analyse der letzten acht Jahre und Bush kommt, was nicht überrascht, recht gut weg. Man kann wetten, dass Bush in 20 Jahren als hervorragender Präsident in die Geschichte eingehen wird.
Auch Truman, Eisenhower, Johnson oder Reagan hatten vernichtende Umfragewerte. Erst heute weiß man, welche bedeutende Rolle sie spielten. Truman hatte die allerschlechtesten Polls und lag 1952 weit unter den heutigen Werten von Bush. Jetzt sehen alle in ihm einen der wichtigsten Präsidenten im 20. Jahrhundert.
Carter galt als unfähig und doch war er es, der, mit Brzezinski, die "hard-power" Mittelostpolitik der USA mit langfristig angelegten Überlegungen, gekoppelt mit einem umfassenden Aufrüstungsprogramm, einleitete.
Reagan galt als mittelmäßiger Schauspieler, aber er hatte sich schon als Gouverneur von Kalifornien umfassend mit den technischen Visionen in Silicon Valley, SDI, mit Rüstungsfragen und Atomwaffen auseinandergesetzt und gilt als der große ideologische Erneuerer Amerikas. Clintons angeschlagener Ruf soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine zweite Amtszeit brillant war.
Friedrich Korkisch ist Leiter des Instituts für Außen- und Sicherheitspolitik in Wien. Alle Beiträge dieser Rubrik unter:
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gastkommentar
"Obama ist als Liberaler in den Wahlkampf gestartet und wird ihn als Konservativer beenden."
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