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ÖBB mit Bodensee-Deal zufrieden

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Goldmann: "Gorbach hat nicht Einfluss genommen". | Wien/Bregenz. Der Verkauf der Bodenseeflotte durch den ÖBB-Personenverkehr wird nächste Woche über die Bühne gehen. Am Mittwoch gab es noch letzte Verhandlungen. Den Zuschlag erhalten die Illwerke und die Silvretta-Nova-Gruppe des Touristikunternehmers Walter Klaus.


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Die Verhandlungen für die ÖBB führt Personenverkehrschefin Wilhelmine Goldmann mit dem Investmentberater CD Investconsult. Sie ist mit dem Verkaufspreis von knapp 7 Mio. Euro zufrieden. Die Verkaufsverhandlungen seien korrekt abgewickelt worden, Infrastrukturminister Hubert Gorbach habe auf die Entscheidungen keinen Einfluss genommen, so Goldmann. Vor dem Eigentümerwechsel muss die Bilanz der ÖBB-Tochter vorliegen und der Aufsichtsrat des Personenverkehrs den Deal absegnen, was Anfang 2006 der Fall sein wird.

Die Privatisierung des Schifffahrtsunternehmens (samt Immobilien und der Nutzungsrechte für die Seegrundstücke) war seit der ÖBB-Teilung vom Eigentümer erwünscht - unter dem Motto, dass sich der Personenverkehr auf das Kerngeschäft konzentrieren soll. Die Ausschreibung erfolgte im Juni. In dieser war festgelegt, dass der künftige Eigentümer einen Bezug zu Vorarlberg haben muss. Denn der Verkauf gilt im Ländle als sensible Materie.

Unter den Interessenten waren die Stadtwerke Konstanz, Rhomberg Bau, die Pfänderbahn AG, die Stadt Bregenz, die Illwerke und die Silvretta-Nova-Gruppe. Nur die letzten beiden blieben im Rennen. Die Illwerke werden über Linienverkehr und Schiffsnamen entscheiden. Klaus pachtet den Betrieb und die Gebäude, er will dem Hafen ein neues Gesicht geben.

Im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung gab es von den Oppositionsparteien heftige Kritik an Gorbach. Denn dieser hatte laut mit dem Gedanken gespielt, nach seinem Abgang aus der Politik für Walter Klaus zu arbeiten. Klaus bestätigt via "News", dass er fix mit dem Vizekanzler rechnet. Der genaue Zeitpunkt für den Jobwechsel und die Funktion sei noch offen.

Die Grünen sprachen von einem "Einstandsgeschenk für Gorbachs künftigen Arbeitgeber". Am Mittwoch legte SP-Vorsitzender Alfred Gusenbauer nach und kritisiert den niedrigen Verkaufspreis: "Das ist ein Musterfall von Unvereinbarkeit". Er kündigte in der Causa eine parlamentarische Untersuchung an.