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ÖBB planen Kauf von 23 Luxuszügen und Verkauf der Wolfgangseeflotte

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Beschluss im | am Donnerstag. | Revision des Konzerns wurde an KPMG ausgelagert. | Wien. Am Donnerstag lassen sich die ÖBB-Vorstände vom Aufsichtsrat wichtige Entscheidungen absegnen. Zeitgleich tagt der außerordentliche Aufsichtsrat der Personenverkehr AG und der Holding.


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Auf der Agenda steht unter dem Titel "Rail Jet" der Ankauf von 23 Fernverkehrszügen, die in puncto Luxus alle Stückerln spielen sollen. Es wird an die Einführung einer Premium-Klasse gedacht. Davon werden 10 auf der Westbahn eingesetzt werden. Als Lieferant gilt Siemens so gut wie sicher. Die Kosten für das rollende Material dürften bei knapp 300 Mio. Euro liegen.

Weiters steht der Verkauf der Wolfgangseeflotte sowie der Schafbergbahn auf der Tagesordnung. Die beiden historischen Tourismusattraktionen sollen nämlich so rasch wie möglich veräußert werden. Die Flotte besteht aus sechs Motorschiffen, das Flaggschiff heißt "Wolfgang Amadeus".

Als heikelster Punkt gilt die Mittelfristfinanzplanung des gesamten Konzerns. Das heißt, die ambitionierten Budgetzahlen müssen noch von passenden Maßnahmen begleitet werden.

Denn Aufsichtsratsvorsitzender und Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer soll mit dem mühsam zusammengetragenen Zahlenmaterial der Gesellschaften nicht restlos zufrieden sein.

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass der heimische Riesenkonzern ÖBB derzeit über keine hundertprozentig funktionierende Revision verfügt. Die Abteilung wurde nämlich im Sommer des vergangenen Jahres aufgelöst. ÖBB-Finanzchef Erich Söllinger bestätigt auf Anfrage der "Wiener Zeitung", dass der Vorstand mit der alten Mannschaft nicht zufrieden war. Die 17 Mitarbeiter wurden in andere Abteilungen versetzt.

Schon im Sommer wurde KPMG, Österreichs größter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, eingeladen, die Revision auf neue Beine zu stellen, so Söllinger. Die Leitung bekam KPMG-Mitarbeiterin Christine Knoch. Ihr ÖBB-interner Vorgänger musste von der Holding in die Infrastruktur-Betrieb-AG wechseln.

Ausschreibung für Revision ist in Gang

Die eigentliche Auftragsvergabe hat indes noch nicht stattgefunden, da die Ausschreibung erst seit einiger Zeit in Gang ist. Die Kosten sind mit maximal 2 Mio. Euro pro Jahr begrenzt. Die Anbotsfrist läuft noch. Zu wessen Gunsten die Ausschreibung ausgehen wird, dürfte jedoch kein Rätselraten mehr verursachen. Söllinger will nicht bestätigen das KPMG den Zuschlag erhalten wird. Keine Auskunft will Söllinger darüber geben, ob er, wie seit geraumer Zeit kolportiert wird, auch in den Vorstand der Personenverkehr AG einziehen wird. Sein Kommentar: "Geredet wird viel". Änderungen gibt es in einem anderen Holdingbereich, der Strategieabteilung. Ex-Deloitte&Touche-Mitarbeiter Johann Kasal ist auserkoren, die ÖBB-Richtung an oberster Stelle zu bestimmen. Er löst damit den bisherigen Leiter, einen Golffreund von Holding-Chef Martin Huber, ab.