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Die Illusion der Vertrautheit mit politischen Führern zu erzeugen, auch das gehört zur Kunst der modernen Politik.
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Zwei neue Biografien erinnern daran, dass sogar die berühmtesten Persönlichkeiten immer schwer fassbar - und in mancher Hinsicht unverständlich - bleiben. Diese Kombination von Nähe und Distanz wird 2012 bei den Präsidentschaftswahlen in den USA eine Rolle spielen, bei denen wohl Barack Obama und Matt Romsey die Kandidaten sein werden. Beide haben Überstunden gemacht, um entspannt und zugänglich zu wirken, beide lassen den Kragen gern offen und tragen Freizeitkleidung, um wie gewöhnliche Leute auszusehen. Und beide haben je ein detailreiches Buch über ihr Leben geschrieben. Doch trotz aller scheinbaren Selbstenthüllung bleiben beide höchst schleierhafte Persönlichkeiten.
Für einen gründlichen Blick in die versteckten Geheimnisse unserer Politiker empfehle ich zwei neue Werke, bei denen es im Grunde um dieses Paradox geht, das Personen des öffentlichen Lebens umgibt, deren Beweggründe bis zuletzt höchst privat bleiben.
Sehen wir uns zuerst "Jack Kennedy: Elusive Hero" an, das neue Buch von Chris Matthews. Als prominente TV-Persönlichkeit ist er mit dem Widerspruch vertraut, stets in der Öffentlichkeit zu stehen und zugleich in einem verborgenen Raum. Von dieser Erfahrung aus rollt er das Leben von JFK neu auf, den man für den am meisten untersuchten und daher am meisten verstandenen US-Präsidenten der neueren Geschichte hält. Stimmt nicht.
Matthews zeichnet das Bild eines Mannes, der körperlich und seelisch mehr verletzt war, als bekannt ist. JFK hatte, aufgezogen von Ammen und Kindermädchen, große Angst vor dem Alleinsein. Das ist mit ein Grund, warum er sich später mit persönlichem Gefolge umgab. Diese irische politische Mafia fasziniert Matthews ganz besonders. Als irischer Katholik erklärt er anhand eigener Erfahrung, was es heißt, im Establishment zu sein, aber nicht aus dem Establishment zu kommen.
Meine zweite Empfehlung ist ein neuer Dokumentarfilm über den früheren CIA-Chef William Colby von dessen Sohn Carl: "The Man Nobody Knew: In Search of My Father, CIA Spymaster William Colby". Colby gehörte zu den besten Spionen, die die CIA hervorbrachte. Seine Karriere verlief weniger öffentlich, einige Merkmale hatte er aber mit JFK gemeinsam: Er war Katholik, Kriegsheld und ein Mann, der seine innersten Gefühle verbarg.
Der Film läuft auf das große Rätsel von Colbys Leben hinaus, nämlich warum dieser eingefleischte Bürger der Geheimdienstwelt sich 1975 dazu entschloss, mit dem Familiensilber der CIA an die Öffentlichkeit zu gehen und damit den Startschuss abzugeben für eine Ära von Untersuchungen, von denen sich der Geheimdienst niemals erholt hat.
Der Sohn erforscht die Motive des Vaters: War es das Schuldgefühl eines Katholiken über vergangene Untaten? War es Idealismus? War es ein Widerstreben, sich politischem Druck zu widersetzen? Viele Vermutungen werden im Film angestellt, aber niemand weiß es. Bei den meisten öffentlichen Persönlichkeiten ist das so: Je näher wir ihnen kommen, umso mehr scheinen sie zu entweichen.
Übersetzung: Redaktion
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