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ÖGB-Präsidium legt Gehälter offen

Von Martyna Czarnowska

Politik

Das Schweigen von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hatte gestern ein Ende. Vom Urlaub zurück nahm er Stellung zu der Krise rund um die Gehaltserhöhungen von Belegschaftsvertretern bei der Post. Die Vorgangsweise werde vom Gewerkschaftsbund, den er insgesamt nicht in einer Krise sehe, keinesfalls akzeptiert. Mit einer Gehaltsoffenlegung will das Präsidium nun dem Ruf nach Transparenz folgen.


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Eines wollte Verzetnitsch gleich zu Anfang gesagt haben: Die "Vorgangsweise im Unternehmen Post" könne in keiner Weise die Zustimmung des ÖGB finden. Sie sei auch mit keinen Maßnahmen zu erklären. Daher sei es richtig, dass Hans-Georg Dörfler alle Funktionen zurückgelegt habe. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten hatte dies kurz davor bekannt gegeben.

Zu persönlichen Konsequenzen sieht Verzetnitsch allerdings keinen Anlass. Ebensowenig könne von einem ÖGB-Skandal die Rede sein. Und auch die für September angesetzte Urabstimmung sei nicht in Gefahr. Es gebe keinen Grund, den Termin zu verschieben. Heute, Dienstag, wird der ÖGB in einer Präsidiumssitzung über die Fragestellung entscheiden.

44 Prozent für Teilnahme

Laut einer gestern veröffentlichten Umfrage des Klagenfurter Human-Instituts wollen 44 Prozent der ÖsterreicherInnen an der Urabstimmung teilnehmen. Nur 25 Prozent lehnen die Beteiligung ab, 31 Prozent sind unentschlossen.

Befragt nach den Gründen für eine ÖGB-Urabstimmung geben 78 Prozent die "Verunsicherung der ÖGB-Spitze" an. Für 62 Prozent ist es ein "Votum gegen die Koalitionsregierung", für 58 Prozent die "Urangst der Funktionäre vor Machtverlust", für 51 Prozent eine "getarnte Werbekampagne", und 46 Prozent glauben, dass sich der ÖGB "Stärkung von der Basis holen" wolle.

Eine relative Mehrheit von 43 Prozent findet die Organisation des ÖGB in der jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß, 35 Prozent sind damit zufrieden.