Zum Hauptinhalt springen

Oh, wie schön ist die Steueroase Panama!

Von WZ-Korrespondent Tobias Käufer

Wirtschaft

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 9 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Panama Stadt. In Panama arbeiten all jene, die mithelfen, Gelder in einen sicheren - sprich: versteckten - Hafen zu bringen, nämlich in die mehr als 50 Bankenpaläste, die das kleine mittelamerikanische Land allein in seiner einzigen Metropole Panama-Stadt beherbergt. Über die Jahre ist im vergleichsweise wohlhabenden Land eine Symbiose entstanden, die sich gezielt um reiche Touristen aus dem Ausland auf der Suche nach diskreten Anlageformen bemüht. Für sie wuchs in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Landschaft an Wohnhäusern mit Luxusapartments, Nobelherbergen und eben Bankhäusern. Ihr Zentrum ist die "Punta Pacifia", ein nur ein paar Meter vom Ufer entfernt gelegener Kreisverkehr, an dem sich zur Rush-Hour deutsche und italienische Sportwagen Stoßstange an Stoßstange durch den Verkehr quälen. Die Straßen können mit dieser Dichte an Millionären schlichtweg nicht mehr mithalten.

Einer, der genau hier seine Geschäfte macht, ist der Immobilienmogul und US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Sein ungewöhnlich geformtes "Trump Ocean Center" wurde zu einem Markenzeichen der Skyline von Panama-Stadt. Es ist das höchste und größte Hotel Lateinamerikas, angelegt für eine Klientel, die es teuer, luxuriös und diskret mag. Schwimmbad, Fitnessstudio, Squash-Center, Joggingpfad und Yoga-Garten gehören zu den "Luxury Living"-Apartments in Panama-Stadt zur Grundausstattung, die Immobilienmakler anbieten. Sie werfen immer mehr Luxus-Wohnungen auf den Markt.

Gezielt gesteuerter Bauboom

Der Bauboom ist gezielt gesteuert. Seit die Schweiz als Steueroase nicht mehr wasserdicht ist, rücken andere Länder in die Lücke nach. Panama hat sich ganz bewusst in das System eingeklinkt und bietet internationalen Steuerflüchtlingen eine exakt aufeinander abgestimmte Mischung: diskrete Banken, Politik, die das fördert, und Hotel- und Unterkunftsinfrastruktur, die Millionären und ihren Ansprüchen gerecht wird. In Panama-Stadt bilden die Bankenpaläste mittlerweile eine eigene Wolkenkratzerlandschaft. Beeindruckend hohe Bauten mit verspiegelten Fenstern und fast unsichtbaren Eingängen vermitteln den Eindruck einer monetären Parallelgesellschaft. Inmitten dieser kalten Bürolandschaft hat auch die Kanzlei Mossack ihre Geschäftsräume.

Panama liebt ausländische Touristen. So sehr, dass es gleich bei der Ankunft im internationalen Flughafen frei zugängliches Internet und eine kostenlose Krankenversicherung für Besucher gibt. Der Flughafen von Panama-Stadt ist eines der wichtigsten Drehkreuze innerhalb Lateinamerikas - auch für Privatflugzeuge.