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ÖIAG schiebt Abstimmung auf

Von Petra Medek

Wirtschaft

Die am Freitag abgehaltene Aufsichtsratssitzung der ÖIAG endete mit einem Knalleffekt: Es kam zu keiner Abstimmung über den zuvor von einer Vertreterin des Finanzministers in der Hauptversammlung eingebrachten Privatisierungsantrag.


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Da nur sechs der zehn Kapitalvertreter anwesend waren, habe Aufsichtsratspräsident Alfred Heinzl auf eine Abstimmung verzichtet, da die fünf Arbeitnehmervertreter wohl dagegen gestimmt hätten, war aus Kreisen zu hören. Die Beschlussfassung ist damit bis zum nächsten ÖIAG-Aufsichtsrat am 13. Juni verschoben.

Die im Kabinett von Finanzminister Karl-Heinz Grasser für Privatisierungen und Bundesbeteiligungen zuständige Referentin Corinna Fehr habe Freitag Vormittag den Regierungsauftrag in Vertretung von Grasser in der ÖIAG-Hauptversammlung erteilt. Neben den bekannten Punkten eines Totalverkaufs der meisten ÖIAG-Beteiligungen (ausgenommen OMV und Austrian Airlines) gab es darin eine Überraschung bei der Post-Privatisierung. Von einem 75%-igen Verkauf der Post sei keine Rede mehr gewesen, sondern der ÖIAG-Vorstand habe neben der Suche eines strategischen Minderheitspartners auch eine Stand alone-Variante zu prüfen. Ein Teilverkauf der Post ist nun doch noch nicht fix, betonte Grasser Freitag Nachmittag.

Dt. Post peilt Mehrheit an

Für die Deutsche Post, die als Favorit für den Erwerb von Anteilen an der Österreichischen Post AG gilt, wäre eine Minderheitsbeteiligung wohl kaum interessant. "Wer die Deutsche Post kennt, weiß, dass wir ein Freund von Mehrheitsbeteiligungen sind", sagte der Pressesprecher des Unternehmens, Uwe Bensien, gegenüber der "Wiener Zeitung". Das sei die generelle Beteilungsstrategie der Deutschen Post. Gespräche mit der Unternehmensleitung in Österreich gebe es ständig, wie weit diese gediehen sind, könne man nicht sagen, so Bensien.

Der vor der Hauptversammlung zusammengetretene Bilanzausschuss des ÖIAG Aufsichtsrates habe keinen Beschluss zur von Grasser geforderten Dividende fassen können, da dazu noch die parlamentarische Beschlussfassung der Budgetbegleitgesetze abzuwarten sei.

Pensionskasse: IMIB soll Vorschläge bringen

Zum Tagesordnungspunkt Pensionskasse habe der ÖIAG-Aufsichtsrat den Vorständen der IMIB (Immobilien- und Industriebeteiligungen), einer Nachfolgegesellschaft der Voestalpine, den Auftrag erteilt, dem ÖIAG-Vorstand Vorschläge über eine Behandlung dieser Voest-Altlasten zu erteilen. Bekanntlich hat die ÖIAG Betriebs-Pensionsverpflichtungen von früheren Voest-Mitarbeitern übernommen, als die VA Stahl 1993 an die Börse gebracht wurde. Aufgrund der schwachen Börsesituation könnte die ÖIAG jetzt in die Verpflichtung kommen, Nachschüsse an die Pensionskasse zu leisten.