Zum Hauptinhalt springen

ÖIAG will Partner für Telekom

Von Eva Stanzl

Wirtschaft

ÖIAG unterstützt "sinnvolle Strategie". | Spekulationen um mögliche Partner. | Wien.Die Staatsholding ÖIAG, mit 27,4 Prozent Mehrheitseigentümerin der Telekom Austria (TA), unterstützt die Hereinnahme eines strategischen Partners bei der TA prinzipiell. "Wenn das Management uns eine derartige Strategie präsentiert, die wir für sinnvoll halten, wären wir bereit, diese an die Regierung heranzutragen", erklärte ein ÖIAG-Sprecher der "Wiener Zeitung".


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 15 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Bereits in der vorigen Legislaturperiode wurde ein TA-Privatisierungsauftrag erarbeitet, der aber mit deren Ende erlosch. In der Vorwoche war TA-Betriebsratschef Michael Kolek dafür eingetreten, "aus einer starken Position heraus" einen Partner zu suchen, um den hohen Kosten und rückläufigen Wachstumsraten entgegen zu wirken. Eine Idee, die Mobilkom-Betriebsrat Werner Luksch ablehnte: Mit einem Jahresüberschuss von einer Mrd. Euro sei die TA "kein Sanierungsfall wie die AUA".

Kolek will seinen Vorstoß im Sinne des Mitarbeiterschutzes verstanden wissen: "Ich habe nie gesagt: Verkauft das Unternehmen." Der staatliche Einfluss auf die Infrastruktur müsse erhalten bleiben. Könne die TA nicht aus eigener Kraft ihre Zahlen verbessern, "dann könnte es sein, dass wir in eine Lage kommen wie die AUA".

Im ersten Halbjahr hat Marktführer Mobilkom mit 8143 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro und ein Betriebsergebnis von 347,5 Mio. Euro hingelegt. 9514 Festnetz-Bedienstete brachten es dagegen auf einen Umsatz von 1,043 Mrd. Euro und ein Betriebsergebnis von 53,2 Mio. Euro. Das Festnetz leidet unter Kundenschwund, technische Änderungen sollen bis zu 3000 Beschäftigte überflüssig machen. Dem gegenüber steht eine Milliarden-Investition in den Glasfasernetz-Ausbau.

Die Marktposition eines strategischen Partners müsse mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sein, betont Daniel Damaska, Analyst der Raiffeisen Centrobank (RCB). Deshalb schließt er die Deutsche Telekom - sie ist die Mutter der zweitgrößten Mobilfunkers T-Mobile - aus. Ebenso würde es in Kroatien Probleme mit der HT Telekom geben, an der die Deutsche Telekom eine Mehrheit hält, während die TA Eigentümerin von Konkurrent Vipnet ist. HT Telekom ist Marktführer im Mobilbereich, Vipnet Nummer Zwei. Aus dem Rennen fällt auch France Telecom als Eigentümerin von Orange ("One").

Synergie mit Telefónica

Hingegen käme die an der Prager Börse gelistete Telefónica O2 in Frage. Damaska sieht Synergien, da die TA keine Tochter in Tschechien hat. Auch eine Beteiligung der britischen Vodafone hielte er für sinnvoll: Diese habe in Osteuropa keine Beteiligungen in Ländern, in denen die TA welche hat. Im Gespräch sind auch die liquide Swisscom und der russische Mobilfunkanbieter Systema, der der TA die Märkte Russland und Ukraine öffnen würde.