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Othmar Karas und die EU-Wahl sollen Partei wieder zusammenschweißen.
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Loipersdorf. Othmar Karas, der Spitzenkandidat der Volkspartei für die Europawahl im Mai (Wahlspruch Europa okay - Europa O.K.) sprach bei der Klubtagung in Loipersdorf von einem Wendepunkt und einer Richtungsentscheidung, vor der man stehe. "Entweder entwickeln wir die Erfolgsgeschichte weiter und die vernünftigen Kräfte setzen sich durch oder die Populisten gewinnen Oberhand. Entweder überwinden wir die Krise oder wir landen auf dem Pannenstreifen."
Karas meinte Europa, aber aufgrund der internen Zerstrittenheit in den vergangenen Wochen und den Sprengsätzen, die einige Landeshauptleute gezündet hatten, hätte er genauso seine eigene Partei meinen können. Und so bot er das EU-Thema als neuen Kitt zwischen Parteispitze, "West-Achse" und Wirtschaftsflügel an, die sich täglich mediale Gefechte lieferten. "Die EU-Wahl ist ein einigendes Projekt, wo wir der Bevölkerung zeigen, wir sind wieder da." In Richtung seiner Partei setzte er nach: "Wir brauchen kein zersplittertes bürgerliches Lager, sondern eine gemeinsame Kraft."
Karas machte auch klar, dass er mit seinem eigenen Team in die Wahl zieht und überparteilich wahlkämpft - als "Kandidat für alle Österreicher". Derzeit bastelt er an einem breiten Unterstützungskomitee. Ein Teil könnte aus seinem Bürgerforum kommen, dem unter anderen die ehemaligen EU-Abgeordneten-Kollegen Hannes Voggenhuber (Grüne), Hannes Bösch (SPÖ) oder Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler angehören.
Trotz EU-Wahl und den Aufrufen von Klubobmann Reinhold Lopatka zur "Gemeinsamkeit" bleiben Konflikte offen. So lässt sich Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nicht davon abbringen, im Parlament gegen die Zusammenlegung von Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium zu stimmen. Und die renitente steirische Fraktion gibt ihre Drohung, gegen Budgetbeschlüsse zu stimmen, erst auf, wenn sie Geldzusagen für steirische Unis hat.
"Genützt hat’s uns nicht", kommentierte Parteichef Michael Spindelegger die internen Zurufe und Ratschläge der letzten Wochen. Er erinnerte an den Witz: "Was ist der Unterschied zwischen ÖVP- und SPÖ-Versammlungen? - Keiner, beide schimpfen auf die ÖVP." Er bot seiner Partei an, gemeinsam die "Reset-Taste" zu drücken und versprach, mehr mit allen Ländern und Parteiflügeln zu kommunizieren.
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