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Auch nach Hurrikan-Saison Ölpreise um 60 Dollar. | Oslo. Der Höhepunkt der Spekulationen scheint überschritten zu sein. Dennoch werden die Ölpreise nicht mehr auf das Niveau vor einem Jahr zurückfallen. Analysten erwarten Preise um 60 Dollar pro Fass.
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Der Ölpreis ist von seinem Höchststand wieder weit entfernt. Als Hurrikan Katrina Ende August auf die Küste traf, erreichte Öl einen Preis von 70,85 Dollar pro Fass. Jetzt bewegt er sich um die 60 Dollar. Doch auch das ist ein Fünftel mehr als vor einem Jahr und doppelt so viel wie 2003. Das wird auch so bleiben, erwartet der norwegische Analyst Terje Nyborg von Terra Securities in Oslo. "Wir erwarten, dass der Ölpreis durch den Winter stabil bei 55 bis 66 Dollar pro Fass liegen wird." Der Preisfall im September sei mit der zurückgehenden Nachfrage zu erklären. Allein in den USA war in den Wochen nach Katrina die Nachfrage nach Heizöl und Diesel um 3,8 Prozent zurückgegangen. Nyborg erwartet keine weiteren vergleichbaren Preisrückgänge. Er weist darauf hin, dass noch immer 80 Prozent der Ölproduktion und 66 Prozent der Gasproduktion im Golf von Mexiko zerstört sind. "Selbst wenn die Leute weniger fahren, mehr Pullover anziehen und weniger heizen, wird der Preis hoch bleiben", sagt Nyborg. Die Nachfrage müsse schon dramatisch sinken, bevor der Preis unter 50 Dollar tauche. Und dann werde auch die Nachfrage wieder steigen - und den Preis nach oben ziehen.
Dabei gehört Nyborg zu den Optimisten im Geschäft. Die Analysten von Bloomberg sehen den Preis noch höher. Sie erwarten 65 Dollar für den Rest des Jahres und 62,5 Dollar für das erste Vierteljahr 2006.
Angebot geht zurück
Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris haben den Preis sogar leicht hochgetrieben. Die IEA sagte am Dienstag zwar voraus, dass die Weltnachfrage dieses Jahr um 90.000 Tonnen pro Tag sinken werde, auf nur noch 1,26 Millionen Fass pro Tag. Aber die Analysten hatten mit grösseren Rückgängen gerechnet. Die IEA sagte auch voraus, dass die Regierungen in diesem Jahr ein zweites Mal in ihre strategischen Reserven greifen müssten, um den Ölbedarf für den Winter zu decken. Für nächstes Jahr prognostiziert sie einen starken Anstieg der Nachfrage auf 1,75 Millionen Fass pro Tag. Sie warnte auch, dass die Verluste im Golf von Mexiko länger andauern könnten. Das Angebot aus den Nicht-Opec-Ländern insgesamt könnte um 300.000 bis 400.000 Fass sinken.
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