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OMV gibt in Türkei Vollgas

Von Helmut Dité aus Großbritannien

Wirtschaft

Land am Bosporus wird das "dritte Standbein". | Ruttenstorfer sieht Insider-Anklage weiterhin gelassen. | London. Die Anklage der Staatsanwaltschaft bringt OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer nicht aus der Ruhe. Er habe "in keinem Moment an Rücktritt gedacht", betonte Ruttenstorfer auf dem "OMV Media Summit" in London, bei dem das Türkei-Geschäft im Mittelpunkt stand. Von den Investoren gebe es "keine negativen" Reaktionen zu der Aktieninsider-Anklage.


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Die OMV will in den kommenden Jahren die Türkei zu ihrem "dritten Standbein" ausbauen, das Land am Bosporus soll für den österreichischen Mineralölkonzern zumindest gleich wichtig werden wie der rumänische Markt.

Brücke zum Nordirak

Zudem dient die Türkei als "ein Brückenkopf" zu den Öl- und Gaslieferanten im kaspischen Raum und zum Nordirak. Die 800.000 täglichen OMV-Tankkunden sollen sich dank Türkei-Expansion letztlich mehr als verdoppeln. Die OMV bearbeitet dann einen Raum mit 170 Millionen potenziellen Kunden.

Die anvisierte vollständigen Übernahme des türkischen Tankstellenbetreibers Petrol Ofisi schlägt mit rund einer Milliarde Euro zu Buche, zusätzlich bringt das Unternehmen aber noch rund eine Milliarde Euro an Schulden mit. Die Finanzierung, ob mit einer Kapitalerhöhung oder Wandelanleihe, ist noch offen.

Die OMV wird im Jahr 2010 rund 300 Millionen Euro an Kosten einsparen. Die Restrukturierung der Petrom hat sich deutlich ausgewirkt. Für 2011 und 2012 sollen pro Jahr weitere 100 Millionen Euro eingespart werden.