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Der heimische Mineralölkonzern OMV ist weiter auf Expansionskurs. Der Markt reicht mittlerweile vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer, erklärte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer gestern, Dienstag, im Rahmen einer Tagung des Verbandes der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) in Semmering.
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Die Länder entlang der Donau werden in den nächsten Jahren mittels ausgefeilter Marketingstrategie auf OMV-Öl eingeschworen. Schon jetzt verfügt der Ölkonzern über ein "gutes Tankstellennetz". Strategisch wichtige Positionen wie Ausfallstraßen und Autobahnauffahrten wurden rechtzeitig besetzt. Das Wachstumspotential in den Erweiterungsländern hält der OMV-Vorstand für enorm.
Größere Käufe sind derzeit nicht vorgesehen, erst im Februar hat die OMV das BP-Netz in Bayern erworben, aber pro Woche wird eine neue Tankstelle errichtet. Bis 2008 soll die Ölförderung von zuletzt 80.000 auf 160.000 Fass pro Tag erhöht werden. Ruttenstorfer ist überzeugt, dass 90% davon durch die derzeitigen Erdölvorkommen gedeckt werden können. Die restlichen 10% werden aus weiteren Zukäufen kommen. Zu den derzeit laufenden Verhandlungen über den Erwerb von 25% des kroatischen Ölkonzerns INA, an dem die OMV großes Interesse hat, wollte sich Ruttenstorfer jedoch nicht äußern. Aus Venezuela will sich die OMV zurückziehen. "Wir überlegen, ob wir verkaufen oder unsere Fördergebiete gegen andere eintauschen." Die OMV investiert jährlich 1 Mrd. Euro. Für weitere Akquisitionen reicht das Geld jedoch nicht. Dazu wäre eine Kapitalerhöhung notwendig. Die derzeit 27 Mill. Aktien könnten laut Aufsichtsratbeschluss um 8 Mill. aufgestockt werden. Sollte es zu einer solchen Erhöhung kommen, dann würde sich der jetzige Anteil der ÖIAG (Republik) von 35 auf 27% reduzieren. Und jener des saudiarabischen Partners IPIC von 19,4% auf 15%. Damit würden sich die Anteile der Kernaktionäre von 54% auf 42% reduzieren. Die Aktienmehrheit wäre damit verloren. Bis zum Jahr 2005 schließt Ruttenstorfer aber eine Kapitalerhöhung aus, er sieht dafür keinerlei Notwendigkeit.
Die OMV bewegt sich in Richtung weitere Privatisierung. Auch wenn die OMV eines der wenigen Unternehmen ist, die nicht auf der Privatisierungsliste der ÖIAG stehen. Ruttenstorfers nüchterne Bilanz zum Staat als Haupteigentümer einst gemeinwirtschaftlicher Unternehmen: "Wir akzeptieren, dass der Staat kein Geld mehr in die OMV stecken will, sondern sich verdünnt."
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