Zum Hauptinhalt springen

OMV macht das Beste aus ihren Stärken

Von Rosa Eder

Wirtschaft

"Gegen eine weitere Privatisierung habe ich generell nichts, lege aber Wert darauf, dass die Entscheidungsfunktionen in Österreich bleiben. Wie, ist mir egal", betonte Richard Schenz, | Generaldirektor des Energie- und Chemiekonzerns OMV gestern, Mittwoch, in der Jahrespressekonferenz.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 24 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Im vergangenen Jahr hat sich die OMV trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes gut behauptet: Trotz extrem schlechter Margen im Raffineriegeschäft, sinkender Spannen im Tankstellenbereich

und schwacher Chemiepreise konnte bei Umsätzen von 71,3 Mrd. Schilling (plus 10%) der Betriebserfolg (EBIT) um 29% auf 3,918 Mrd. Schilling gesteigert werden, der Jahresüberschuss wuchs um 15% auf

2,7 Mrd. Schilling. Den Aktionären wird eine von 31 auf 33 Schilling erhöhte Dividende in Aussicht gestellt.

Der kräftige Ölpreisanstieg und ein massives Kostensenkungsprogramm sind für die Verbesserung verantwortlich. So habe die OMV im vergangenen Jahr die Fixkosten um 1 Mrd. Schilling senken können,

sagte Generaldirektor-Stellvertreter Wolfgang Ruttenstorfer. Die Investitionen wurden 1999 von 10 Mrd. auf 9 Mrd. Schilling gekürzt. Der Mitarbeiterstand belief sich Ende 1999 auf 5.953 Personen,

nach 6.360 ein Jahr davor.

Der Geschäftsbereich Exploration & Produktion drehte von einem Minus von 279 Mill. Schilling im operativen Ergebnis auf plus 1,448 Mrd. Schilling, im Gasgeschäft wurde ein EBIT-Plus von 31% auf 1,46

Mrd. Schilling erzielt.

"Historisch niedrige" Margen bei den Raffinerien und magere Spannen im Tankstellengeschäft ließen das EBIT im Bereich Raffinerie und Marketing um 36% auf 1,2 Mrd. Schilling zurückgehen.

Das Tankstellennetz des OMV-Konzerns wurde 1999 um 48 auf insgesamt 1.081 Tankstellen · 558 im Inland und 523 im Ausland · erweitert. Unter Preisdruck standen im vergangenen Jahr auch Chemie und

Kunststoffe, mit Restrukturierungen konnte aber ein Teil des Ergebniseinbruchs abgefangen werden, berichtete Ruttenstorfer. Das EBIT in diesem Geschäftsfeld halbierte sich auf 325 Mill. Schilling.

Zum eventuellen Einstieg bei der slowakischen Slovnaft · Schenz: "Wir sind eingeladen worden und haben ein Angebot abgegeben" · hielt sich der Vorstand des Energiekonzerns bedeckt. In der OMV werde

immer nach wirtschaftlichen Kriterien entschieden, und wenn die OMV nicht erfolgreich abschließe, "dann haben wir eine wirtschaftliche Tat gesetzt", betonte Schenz.

Nichts Neues zur Gasstrategie

Nichts Neues kam seitens des OMV-Vorstandes auch zur künftigen Gasstrategie. Die hausinternen Überlegungen seien abgeschlossen, nun führe man Gespräche mit potentiellen Partnern aus dem In- und

Ausland, sagte Schenz. Es sei aber noch zu früh, um etwas Konkretes zu sagen.

Analysen hätten gezeigt, wo die Stärken der OMV liegen, nämlich im Transport- und Carriergeschäft, aber auch im Handel, meinte Ruttenstorfer. Nun wolle man das Beste aus diesen Stärken machen.

Die Aussichten für das Jahr 2000 seien "etwas positiver als für 1999", er erwarte kein schlechteres Ergebnis als im Vorjahr, so Ruttenstorfer.