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OMV will sich durch "Lex MOL" nicht beirren lassen

Von Harald Waiglein

Wirtschaft

Für OMV-Chef Ruttenstorfer hat sich nichts geändert. | Wien. Die OMV strebt auch weiterhin die Übernahme des ungarischen Mineralölkonzerns MOL an. Das Gesetz, dass das ungarische Parlament Montagabend zur Abwehr ausländischer Investoren ("Lex MOL") beschlossen hat, hat darauf keinen Einfluss, sagt OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer.


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Die OMV habe ihre Absichtserklärung vorgelegt, nun liege die Entscheidung beim Kapitalmarkt und bei der EU. Daran habe sich auch nach dem gestrigen Gesetzesbeschluss nichts geändert. Natürlich könne es eine Weile dauern, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Golden-Share-Regelung bei der MOL oder das neue Gesetz kippt. Auf das sei die OMV aber eingestellt: "Wir haben immer gewusst, dass eine Übernahme zwei bis drei Jahre dauern kann", so Ruttenstorfer.

Einen Medienbericht, wonach er gesagt habe, es gebe zwei weitere Interessenten an der MOL, wies Ruttenstorfer als "Missverständnis" zurück. Er habe lediglich gesagt, dass jenes Aktienpaket, dass die OMV im Juni an der MOL gekauft habe, auch zwei anderen Investoren angeboten worden sei.

Zwei Bedingungen

Dass die OMV in nächster Zeit auch ein formales Übernahmeangebot für die MOL legt, schließt Ruttenstorfer aus: "Solange es eine Stimmrechtsbeschränkung von 10 Prozent gibt, steht das nicht zur Diskussion". Die OMV hatte in ihrer Absichtserklärung auf zwei Bedingungen für eine Übernahme hingewiesen. Zum einen müsse die Stimmrechtsbeschränkung von 10 Prozent für alle Aktionäre fallen, die unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Beteiligung besteht (die OMV etwa hält 20,2 Prozent an der MOL), zum anderen müsse das MOL-Management seine Kontrolle über rund 40 Prozent der MOL-Aktien aufgeben.

Was das von den USA heftig kritisierte OMV-Engagement im Iran betrifft, so gebe es derzeit nichts Neues. "Wir stehen mitten in den Verhandlungen und hoffen, diese bis zum Jahresende abzuschließen", sagt Ruttenstorfer.