Zum Hauptinhalt springen

OPEC-Öl zuletzt billiger

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Die Lage im Irak und die sich abzeichnende Erholung der Weltwirtschaft stehen bei den Beratungen der Minister aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) morgen, Donnerstag, in Wien im Mittelpunkt. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Produktion nach der unerwarteten Produktionskürzung im September trotz vieler Unsicherheitsfaktoren zunächst beibehalten wird.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die OPEC hat seit November ihre Förderung um 900.000 Barrel auf insgesamt nur noch 24,5 Mill. Barrel (159 Liter) heruntergefahren. Nach Angaben des Londoner Handelshauses Sucden stieg der Ölpreis seit der Sitzung im September damit um rund 14%.

Die OPEC sieht am Donnerstag unterdessen einer Reihe widersprüchlicher Entwicklungen gegenüber: Mehrere Mitglieder befürchten ab Jahresbeginn einen rapiden Preisverfall. Länder wie der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate scheinen deshalb eine Senkung der Förderung zu befürworten. Andererseits will das Kartell auch seine Kunden nicht vor den Kopf stoßen, die sich schon jetzt über das relativ hohe Preisniveau beklagen, das zuletzt mehrfach oberhalb der von der Organisation gesetzten Obergrenze von 28 Dollar pro Fass lag.

Daneben muss sich die elf Mitglieder zählende Organisation mit der Politik der Nicht-OPEC-Staaten wie Russland und Norwegen auseinandersetzen, die sich zuletzt wenig kooperativ zeigten. Aber auch die OPEC selbst kämpft weiter mit massiven Überschreitungen der vorgegebenen Quoten durch mehrere ihrer Mitglieder. Hinzu kommt Irak. Nach dem Ende des Krieges kehrt das Land schrittweise mit wachsenden Mengen auf den Markt zurück, was den zu verteilenden Kuchen für die anderen OPEC-Mitlgieder kleiner werden lässt. Zuletzt wurden 2,2 Mill. Fass gefördert, Anfang 2004 könnte die Förderung auf 2,8 Mill. Barrel gesteigert werden.

Der Korbpreis für sieben Rohölsorten der Organisation Erdöl exportierender Länder(OPEC) ist zum Wochenbeginn auf durchschnittlich 27,92 Dollar (23,23 Euro) je Barrel gefallen, nachdem er am Freitag 28,45 Dollar betragen hatte. Damit lag er nach drei Tagen außerhalb des von der OPEC angestrebten Preisbandes wieder in diesem Zielbereich. An den Märkten London und New York zog der Preis leicht an.

OPEC-Generalsekretär Alvaro da Silva hat angedeutet, dass das Ölkartell in dieser Woche auf keinen Fall die Förderquote erhöhen wird. "Die Förderquote wird entweder gesenkt oder unverändert bei 24,5 Mill. Barrel pro Tag gehalten", sagte da Silva im Vorfeld des OPEC-Treffens in Wien.