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Österreich auf der Überholspur

Von WZ-Korrespondent Thomas Friedrich

Wissen

Weltweit unter den Top Ten bei den Forschungsausgaben. | Akademikerquote in Europa stieg doppelt so schnell wie in den USA und Japan. | Brüssel. Österreich ist besser als viele andere EU-Staaten durch kräftige Investitionen in Forschung und Innovationen gerüstet, der Wirtschaft in der aktuellen Rezessionsphase Impulse für einen Konjunkturaufschwung zu geben. Dies geht aus den am Donnerstag in Brüssel vorgelegten Schlüsselzahlen zu Forschung und Entwicklung und aus dem EU-Innovationsbarometer 2008 hervor. Österreich rangiert demnach unter den innovationsfreudigsten Mitgliedsländer EU-weit auf Platz sechs.


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Neben den fünf Innovationsführern Schweden, Finnland, Deutschland, Dänemark und Großbritannien führt Österreich die Gruppe der Innovationsaufsteiger vor Irland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden deutlich über dem EU-Durchschnitt an. Mit überdurchschnittlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und einem Zuwachs von 44,4 Prozent im Zeitraum von 2000 bis 2006 liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt mit 14,8 Prozent im gleichen Zeitraum (siehe Tabelle 1).

In der EU nur Schweden und Finnland besser

Bei den FuE-Ausgaben in den Jahren 2006 und 2007 findet sich Österreich mit einem Wert von 2,55 Prozent des BIP im weltweiten Vergleich direkt nach den Vereinigten Staaten (2,61 Prozent) und vor Deutschland (2,53 Prozent) unter den Top Ten der Welt. Unter den EU-Ländern schneiden nur Schweden und Finnland mit Werten von 3,73 beziehungsweise 3,37 Prozent besser ab (Tabelle 2).

"In Zeiten der Krise dürfen ausgerechnet die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht beschnitten werden", fordert EU-Forschungskommissar Janez Potocnik. Die beiden EU-Berichte zeigen Licht und Schattenseiten von Europas Innovationsmotor in der globalisierten Welt: Das Potenzial von Wissenschaftern und Forschern in der EU steigt stetig an, und der Anreiz für Wissenschafter aus anderen Kontinenten, in Europa zu arbeiten, erfährt einen deutlichen Aufwind. Die Zahl der Akademiker in der EU steigt seit dem Jahr 2000 doppelt so schnell wie in den USA und Japan. Gleichzeitig wuchs in den zurückliegenden sechs Jahren das Interesse von US-Firmen, in die Forschung in der EU zu investieren. So legten US-Firmen in 2005 62,5 Prozent ihrer FuE-Auslandsinvestitionen in Europa an und lediglich 3,3 Prozent in China.

Industrie bleibt hinter Erwartungen zurück

Schwachpunkt bleibt weiterhin, dass in der EU seit dem Jahr 2005 die Aufwendungen öffentlicher und privater Forschungsausgaben bei 1,84 Prozent des BIP stagnieren und damit weit entfernt vom proklamierten Lissabon-Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Wert von 3,0 Prozent zu erreichen. Vor allem die europäische Industrie, die mit ihren Anstrengungen an sich zwei Drittel davon schultern sollte, bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

"Innovationen sind der entscheidende Rohstoff für die EU, um sich aus der Konjunkturkrise zu befreien und die globalen Herausforderungen des Klimawandels und einer CO 2 -armen Weltwirtschaft zu erreichen", unterstrich EU-Industriekommissar Günter Verheugen. Er würdigte namentlich "die überdurchschnittlichen Leistungssteigerungen von Irland und Österreich" bei Innovation in den letzten Jahren.

Vorbild ist Asien. Hier stieg das FuE-Engagement in den Jahren von 2000 bis 2006 deutlich: von 3,04 auf 3,39 in Japan, von 2,39 auf 3,23 Prozent in Korea und in China von 0,90 auf 1,24 Prozent.

Schlüsselzahlen 2008: http://ec.europa.eu/research/era/Innovationsbarometer 2008: www.proinno-europe.eu/metrics