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243.000 Ausländer zwischen 2002 und 2005 zugewandert. | Immigranten stark armutsgefährdet. | Experte Fassmann gegen "populistische Platitüden" in Politik. | Wien. "Österreich ist zu einem Einwanderungsland geworden." Was lange Zeit niemand glauben wollte, bringt nun Heinz Fassmann von der Akademie der Wissenschaften emotionslos auf den Punkt. Immerhin sind zwischen 2002 und 2005 insgesamt 243.000 Ausländer nach Österreich eingewandert, 10 Prozent der in Österreich lebenden Menschen haben einen ausländischen Pass.
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Das geht aus dem 2. Österreichischen Migrations- und Integrationsbericht hervor, den Fassmann am Donnerstag vorgestellt hat. In dem 470 Seiten starken Konvolut werden die wichtigsten Entwicklungen auf diesem Gebiet in den Jahren 2001 bis 2006 auf wissenschaftlicher Basis untersucht - ohne parteipolitisch Stellung nehmen zu wollen, wie Fassman betont.
Die wichtigsten Ergebnisse im Detail:
Auf dem Arbeitsmarkt gibt es starke Unterschiede zwischen qualifizierten Zuwanderern, die vorwiegend aus dem EU-Raum kommen, und den unqualifizierten Hilfsarbeiten. Letztere stammen meist aus Ex-Jugoslawien und der Türkei.
Die Armutsgefährdung von Drittstaatsangehörigen (weder aus EU noch EWR) ist mit 28 Prozent mehr als doppelt so hoch wie jene von Österreichern (12 Prozent). Eingebürgerte sind zu 23 Prozent gefährdet.
Zwar hat die Einbindung von Migranten in das Bildungssystem in den vergangenen Jahren zugenommen, allerdings findet selbst bei Zuwanderern der zweiten Generation keine Angleichung des Bildungsniveaus an jenes der Österreicher statt. Der Anteil von Migranten in Sonderschulen hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf 20 Prozent vervierfacht.
Ausländer leben viel häufiger in schlecht ausgestatteten Mietwohnungen als Inländer. Dadurch kommt es in den großen Städten zu einer Konzentration von Migranten in bestimmten Vierteln.
Während die zugewanderten Männer eine hohe Erwerbsquote aufweisen, ist diese besonders bei türkischen Frauen mit 55 Prozent sehr niedrig.
Kaum eines dieser Ergebnisse ist überraschend - und genauso wenig überraschten denn auch die Forderungen der Experten. So wurde im Bildungsbereich auf die Bedeutung einer verpflichtenden Vorschule und der interkulturellen Kompetenzen von Lehrern hingewiesen. "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Integrationspolitik sehr qualitätsvoll ist", sagte Fassmann. Meist höre er nur "populistische Platitüden". Der Experte forderte die Politik zur Verbesserung der Integrationsmaßnahmen auf.
Aufhorchen ließ Ingrid Nowotny vom Wirtschaftsministerium: Bei Fachkräftemangel dürften keine Hürden für qualifizierte Zuwanderer aufgestellt werden, sagte sie. Von der immer wieder debattierten Forderung, Asylwerber, die zum Verfahren zugelassen sind, sollten auch gleich eine Arbeitserlaubnis erhalten, will die Expertin nichts wissen. Asylwerber seien meist unqualifiziert und dürften ohnehin nach drei Monaten als Saisonniers arbeiten. "Priorität haben die, die seinerzeit unseren Dreck geputzt haben", also Zuwanderer und deren Kinder, sagte Nowotny.
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