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Österreichs Bevölkerung: 9.106.126 Personen

Von Simon Rosner

Politik

Wie sich die Population im Vorjahr verändert hat und wie sich die Geflüchteten auf Österreich verteilen.


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Zu Jahresbeginn 2023 waren nach vorläufigen Daten der Statistik Austria 9.106.126 Personen in Österreich wohnhaft. Das Bevölkerungswachstum ist im Vorjahr mit plus 127.197 Menschen kräftig ausgefallen und lag etwa dreimal so hoch wie in den Jahren davor. In den vergangenen 20 Jahren ist Österreich um eine Million Menschen gewachsen.

Treiber dieser Entwicklung ist ausschließlich Zuwanderung. Der Ausländeranteil ist in dem Zeitraum von 9,3 auf nun 19 Prozent gestiegen. Einbürgerungen sind inkludiert, wobei Österreich über eines der restriktivsten Staatsbürgerschaftsgesetze in Europa verfügt und eine entsprechend niedrige Einbürgerungsrate aufweist. Das bedingt, dass auch viele Kinder, die hier geboren und aufgewachsen sind, formal als Ausländer gelten.

Im Vorjahr kamen laut Daten der Statistikbehörde 143.577 ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger hinzu. Die Differenz zum Gesamtzuwachs der Bevölkerung (127.197) ist einem auffallend hohen Rückgang der inländischen Bevölkerung geschuldet. Im ersten Pandemiejahr war die inländische Bevölkerung bereits um 13.200 Personen gesunken, im Jahr darauf aufgrund ungewöhnlich vieler Geburten nur mehr um 9.300. Im Vorjahr aber, trotz Impfung, schrumpfte die inländische Bevölkerung um 16.380 Personen.

Viele Todesfälle und erhöhte Abwanderung

Aus den Altersstatistiken geht auch hervor, dass sich das Sterberisiko in etwa ab dem 70. Lebensjahr in der Pandemie deutlich erhöht hat. Von jenen, die 2016 ihren 80. Geburtstag hatten, ist rund einer von zehn bis Ende 2019 gestorben. Genau waren es 9,6 Prozent. Betrachtet man denselben Zeitraum, dieselbe Altersgruppe, jedoch um drei Jahre verschoben, also in der Pandemie: Jeder Siebente damals 80-Jährige lebt heute nicht mehr. 14,7 Prozent sind seither gestorben. Bei den über 90-Jährigen ist die Sterbewahrscheinlichkeit in den vergangenen drei Jahren interessanterweise sogar gesunken.

Dass die Zahl der österreichischen Staatsbürger im Vorjahr um einen Rekordwert gesunken ist, hat aber nicht nur mit den Sterbefällen zu tun. Zahlen aus den ersten drei Quartalen deuten auch auf eine Abwanderung in Rekordhöhe hin. Während der Pandemie hatten relativ wenige Personen das Land verlassen.

Bei der Zuwanderung aus dem Ausland sind wenig überraschend Ukrainer dominant. Generell lassen sich etwa zwei Drittel des Bevölkerungszuwachses im Vorjahr auf Fluchtmigration zurückführen. Das ist ein höherer Anteil als in den Jahren davor, in denen die EU-Zuwanderung im Vordergrund stand. EU-Binnenwanderungen sind aber nach wie vor bedeutsam. Nur in drei Jahren (2014 bis 2016) war das Wachstum aus EU-Staaten größer als im Vorjahr.

Ungleiche Verteilung von Geflüchteten

Hinter der Ukraine als Herkunftsland (plus 66.899 Personen) rangierten 2022 Syrien (plus 13.643) und Rumänien (8.995). Die afghanische Community, jedenfalls nach Staatsbürgerschaft, wuchs im Vorjahr um 2.095 Personen, fast identisch wie die italienische (2.039 Personen).

Die Verteilung Geflüchteter ist in Österreich sehr unparitätisch. Wien trägt nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch pro Kopf die Hauptlast. Bei den Ukrainerinnen und Ukrainern sind es in Wien 13,4 Personen pro 1.000 Einwohner, in anderen Bundesländern durchschnittlich 5,2 pro 1.000 Einwohner. Das ist noch insofern naheliegend, da Wien erstens näher ist als Tirol und zweitens viele Ukrainer privat untergebracht sind. Wien hat hier nun einmal das größte Angebot.

Weniger erklärbar ist, warum bei Personen aus den klassischen Asylländern Syrien, Afghanistan, und Somalia Wien 2022 deutlich mehr Zuwachs verzeichnete als alle anderen Bundesländer zusammen. Nur aus diesen drei Ländern stieg die Bevölkerungszahl um 17.096 Personen, davon um 10.195 nur in Wien.