PodcastGestern wurde die Aktie der Raiffeisen International (RI) erstmals an der Börse in Wien gehandelt und hat mit 39 Euro und deutlicher Aufwärtstendenz gleich einen fulminanten Start hingelegt. Die RI-Aktie hat bei Investoren im In- und Ausland eine Rekordnachfrage ausgelöst.
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Voraussichtlich handelt es sich um den größten Börsengang in der Geschichte Österreichs. Der vorläufige Emissionserlös beträgt 968,5 Mio. Euro. Wird von den institutionellen Investoren auch noch die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) genutzt - was wahrscheinlich in den nächsten Tagen der Fall sein wird - erhöht sich der Emissionswert auf 1,11 Mrd. Euro. Damit übertrifft die Raiffeisen International auch den bisher größten heimischen Börsengang, die Telekom Austria (2000) mit 1,01 Mrd. Euro. Auch europaweit kann sich die Transaktion sehen lassen (siehe Grafik) . "Wir wollten den richtigen Zeitpunkt für den Börsengang abwarten", das sei gelungen, meinte RI-Vorstandsvorsitzender Herbert Stepic gestern vor Journalisten. Die Aktie ging mit 39 Euro in den Handel und lag damit 20% über dem Ausgabepreis von 32,50. Schon in den ersten Stunden stieg der Kurs über 40 Euro, was bei RI-Chef Stepic aber keineswegs auf Begeisterung stieß: "Wir sind nicht am Kurs von einer halben Stunde, sondern an dem von 10 bis 15 Jahren interessiert. Da ist ein überhitzter Kurs natürlich schlecht". Er wünsche sich vielmehr eine moderate Entwicklung; "einen langfristig steigenden Kurs, der den Ertragswert des Unternehmens widerspiegelt und nicht abgehoben ist", so Stepic. Natürlich werde es auch Spekulanten geben, die bei einem entsprechenden Kursanstieg schnell wieder verkaufen, aber die meisten wären sicher langfristige Investoren, ist Stepic überzeugt. Am ersten Handelstag stieg die RI-Aktie 27,35% und schloss mit 41,39 Euro.
Mehr als ein Drittel der Gesamtemission ging an die österreichischen Kleinaktionäre. Die Verteilung bei den institutionellen Investoren: 15% Österreich, 15% USA, 20% United Kingdom und rund 50% restliches Europa. Es sei die "Story", die auch bei den institutionellen Anlegern Anklang gefunden habe, so Stepic. "Es ist klar, dass es heute nicht mehr möglich ist, so ein Netzwerk mit Banken in 15 Ländern zu schaffen".
Als mögliche Börsekandidaten für das Jahr 2006 gelten unter anderem die Österreichische Post, Leipnik-Lundenburg, Strabag und Hypo-Alpe-Adria Bank.
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