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Österreichs orange Zukunft

Von Manfred A. Schmid

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Um den Verantwortlichen die Entscheidung über eine Fortführung von "Taxi Orange" zu erleichtern, die ja ohnehin so gut wie fix sein dürfte, würde ich gerne ein paar Vorschläge über eine kostengünstigere Abwicklung unterbreiten. Was mich nämlich verwundert hat, waren die Entwicklungskosten dieses Reality-Formats, die über 60 Mill. Schilling betragen haben sollen. Das heißt, dieser Betrag musste offenbar locker gemacht werden, bevor noch die erste Sendung ausgestrahlt werden konnte. Nun verstehe ich zwar, dass man Rechtsgutachten einholen, einen Fahrlehrer engagieren, eine Casting-Firma beauftragen sowie Taxis bestellen und den Kutscherhof adaptieren musste. Das hätte man sich ersparen können, wenn man in den eigenen Reihen geblieben wäre.

Daher schlage ich vor, die folgenden Reality-Soaps zur Gänze am Küniglberg mit Angestellten und Mitabeitern des Unternehmens zu drehen. Es gibt im ORF-Zentrum bekanntlich ein Postamt und einen Einklaufsladen sowie Pausenräume, wo die Menschen aufeinander treffen und sich zwanglos unterhalten. Man könnte aber auch das bunte Treiben im Vorzimmer eines der Bosse heranziehen, und irgendwo im weitläufigen Gebäude müssen sich ja auch jene lustigen Gesellen aufhalten, die für das ORF-1-Hauptabendprogramm die infantilen Überleitungen von einem Spielfilm zum anderen ausdenken. Dort muss es recht g'spassig zugehen. Ganz zu schweigen von der kreativen Wetterredaktion oder dem schnellsten Verkehrsservice Österreichs. Auch die ORF-Kantine böte sich gegebenenfalls an oder die Portiersloge. Das wäre Reality pur - weil Reality-TV im wahrsten Sinn des Wortes - und ziemlich unterhaltsam. Und wenn sich all dies nicht realisieren lässt, dann könnte man wenigstens die Kuratoriumssitzungen live übertragen.