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Österreichs Unternehmen ziehen Verträge in Milliardenhöhe an Land

Von Harald Waiglein

Politik

Strabag baut neuen Stadtteil in Jekaterinenburg. | OMV will mit Gazprom als Partner Gasbörse aufbauen. | Wien. Rund 30 heimische Firmen konnten im Gefolge des Putin-Besuches wichtige Verträge abschließen.


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Besonders profitiert hat der Baukonzern Strabag . Die Strabag konnte ihr Auftragsvolumen in Russland von derzeit einer Milliarde Euro auf drei Milliarden erhöhen. Unter anderem wird sie um 600 Millionen Euro eine Umfahrung der Stadt Volgograd bauen. Das größte und langfristigste Projekt unterzeichnete die Strabag mit dem Oligarchen Viktor Vekselberg. Dabei geht es um die Errichtung eines neuen Stadtteils in Jekaterinenburg, die bis 2020 abgeschlossen sein soll.

Der Mineralölkonzern OMV hat mit dem russischen Gaskonzern Gazprom eine Grundsatz-Vereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen eines Joint-Ventures soll der Gas-Pipeline-Knoten Baumgarten zur größten Gas-Handelsplattform Europas ausgebaut werden. Dabei soll bis 2010 auch eine Gas-Börse aufgebaut werden. Mit wie viel Prozent die Gazprom hier einsteigt, ist noch offen. Die Details werden erst im Laufe des Jahres ausverhandelt.

Stahl, Zement, Hotels

Das burgenländische Stahlbau-Unternehmen Unger wird in der Stadt Kaluga ein Stahlbauwerk, ein Kraftwerk zur Versorgung mit erneuerbarer Energie sowie Wohnungen, Hotels Büros und Einkaufszentren errichten. Der Gesamtwert der Aufträge beläuft sich auf 267 Millionen Euro.

Der Hotelfonds H1 (eine Kooperation von CA Immo und der Uniqa unter der Führung von Deloitte Corporate Finance) wird zum führenden Hotel-Investmentfonds in Russland werden. Vereinbart wurde der Bau von 50 Hotels in den wichtigsten russischen Städten im Wert von bis zu einer Milliarde US-Dollar (741 Millionen Euro). Die Hotels sollen einen Bedarf von rund 9000 Gästezimmern abdecken.

Der oberösterreichische Zementhersteller Asamer schloss ein Abkommen über den Bau eines Zementwerkes in der Region Krasnodar. Das Volumen der Investition beträgt rund 200 Millionen Euro.

Der Magna-Konzern des Austro-Kanadiers Frank Stronach, bei dem wie bei der Strabag vor kurzem der russische Oligarch Oleg Deripaska eingestiegen ist, finalisiert ebenfalls einige bereits länger vorbereitete Projekte im Autobereich. Zum einen vereinbarten Magna und Russian Machines, die Autosparte des Deripaska-Imperiums, Zusammenarbeit bei der Produktion von Plastik-Teilen und Komponenten für Pkw. Ebenfalls fixiert wurde ein schon länger bekanntes Vorhaben mit Avtovaz, dem größten russischen Autobauer, über die Errichtung eines Werks und die Entwicklung eines Mittelklasse-Wagens.

Der Grazer Motoren-Hersteller AVL List hat mit dem zweitgrößten Autokonzern Russlands, der GAZ-Gruppe, einen Rahmenvertrag in der Höhe von 210 Millionen Euro geschlossen. Dabei geht es um die Entwicklung von Dieselmotoren und die Fertigstellung eines Motorenwerkes. Außerdem soll für die Region Baschkortostan ein Traktor entwickelt und produziert werden.

Weitere Verträge schlos sen unter anderem die BA-CA , Raiffeisen , Andritz , die Österreichische Kontrollbank und Plasser & Theurer ab .