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Multan. Vier Anschläge in Pakistan binnen 24 Stunden: Zwei Selbstmordattentäter haben am Dienstag in der ostpakistanischen Stadt Multan nahe der örtlichen Zentrale des Geheimdienstes ISI mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Auch Kinder dürften unter den Toten sein. Rund 50 Menschen sind nach ersten Berichten verletzt worden.
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Erst am Montag war es in der ostpakistanischen Stadt Lahore sowie in Peshawar im Nordwesten des Landes zu insgesamt drei Bombenanschlägen gekommen, bei denen mindestens 59 Menschen getötet worden waren.
Die Angreifer in Multan haben Sprengstoff in einem Kleinlastwagen gezündet. Der Chef der Stadtverwaltung, Mohammad Ali Gardezi, sagte gegenüber dem Nachrichtensender "Geo TV", Ziel sei der US-Geheimdienst gewesen. Die beiden Selbstmordattentäter hätten das ISI-Gebäude aber nicht erreicht und den Wagen mit 800 Kilogramm Sprengstoff an einem nahe gelegenen Kontrollposten der Armee in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden vier Soldaten und acht Zivilisten getötet. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.
Radikale Islamisten haben in Pakistan in den vergangenen zwei Monaten zahlreiche Anschläge verübt, bei denen mehr als 400 Menschen getötet wurden. Sie reagierten damit auf die Großoffensive der Streitkräfte gegen die Taliban in Süd-Waziristan an der afghanischen Grenze. Multan war zum ersten Mal Schauplatz eines Anschlags.
US-Präsident Barack Obama hatte vergangene Woche bei der Vorstellung seiner neuen Afghanistan-Strategie ausdrücklich gemahnt, dass Pakistan nicht zum Rückzugsgebiet für Terroristen werden dürfe. Die USA gehen seit Monaten selbst gegen Extremisten im Nachbarland zu Afghanistan vor. So starben am frühen Dienstagmorgen bei einem mutmaßlichen US-Luftangriff mit einer unbemannten Drohne in Nord-Waziristan mindestens drei Islamisten.
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