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Palmers-Verkauf: Grossnigg bringt Huber Tricot ins Spiel

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Insolvente Palmers-Schwester Lejaby hat sechs Monate Zeit, Investor zu finden.


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Wien/Lyon. Die Textilgruppe Palmers Lejaby Holding hat turbulente Zeiten hinter sich.

Am Donnerstag wurde am Handelsgericht Lyon über das französische Unterwäscheunternehmen Lejaby, Schwesterfirma des österreichischen Filialisten Palmers (324 Filialen, 860 Mitarbeiter), das Insolvenzverfahren eröffnet.

"Die Lejaby-Gruppe konnte bei einem noch rückläufigen Umsatz ihr operatives Ergebnis jedoch wesentlich verbessern", hieß es noch im Lagebericht der Bilanz 2009/10 der Palmers Textil AG. Doch der Umsatz ging weiter den Bach hinunter: minus 25 Prozent.

Lejaby erwies sich für den Palmers-Mehrheitsaktionär Quadriga Capital als eine 45-Millionen-Euro-Fehlinvestition. Im Vorjahr mussten drei von vier Werken in Frankreich geschlossen werden, die Produktion wurde nach Nordafrika verlagert. Palmers fühlte sich vom ehemaligen Verkäufer, dem börsennotierten US-Bekleidungskonzern Warnaco, über den Tisch gezogen, klagte und wollte eine nachträgliche Kaufpreisreduzierung. Zuletzt wollten die Eigentümer angeblich kein Geld mehr nach Frankreich pumpen. Jetzt ist Lejaby mit Zentrale in Rilieux-la-Pape bei Lyon endgültig pleite und hat nur sechs Monate Luft, sich zu restrukturieren und einen neuen Investor zu finden. Lejaby beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter.

Standorte sind der Trumpf

Indes sucht der Palmers-Mehrheitseigentümer Quadriga Capital - nach dem 700-Millionen-Euro-Verkauf von Jack Wolfskin - seinerseits ganz entspannt einen Käufer für das österreichische Traditionsunternehmen, wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtete.

Erst 2004 war der Textilfilialist mit dem patentierten Grün für 54 Millionen Euro, davon 26 Millionen Euro fremdfinanziert, von der Familie Palmers an die Finanzinvestoren Lead Equities und Quadriga verkauft worden; Lead Equities reduzierte später ihre Anteile auf 18 Prozent und Quadriga Capital wurde Mehrheitsaktionär. Nicht nur bei den Schnäppchenjägern wird Palmers wegen seiner Top-Standorte - diese sind neben der Marke der Hauptwert - als möglicher Leckerbissen gehandelt, sondern Konzerne wie Benetton könnten Appetit bekommen. Auch in Österreich hört man erste Signale. "Ich als Grossnigg oder als grosso holding werde mir Palmers nicht ansehen, aber die Firma Huber wird sich Palmers ansehen", sagt der Wiener Investor Erhard Grossnigg und Aufsichtsrat der Vorarlberger Huber Holding AG (Huber Tricot). "Das ist naheliegend, dass sich die das anschauen." Nachsatz: "Man muss unterscheiden zwischen Lejaby und Palmers per se; Palmers hat einen Relaunch gemacht und ich glaube, den haben sie nicht so schlecht gemacht." Der Sanierer Grossnigg hat die Wäschefirma Huber mit Sitz in Mäder einst restrukturiert und war Finanzvorstand. Die Huber Holding gehört heute mehrheitlich der Benger Brands Ltd mit Sitz in Hongkong. Huber-Chef Mathias Boenke konnte am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.