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Das größte Risiko des Jahres 2010 liegt in der sukzessiven Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China: Zu diesem Urteil kommt das renommierte Beratungsunternehmen Eurasia Group. Das Verhältnis ist schon heute deutlich frostiger als vor wenigen Monaten, als am Rande der G20-Gipfel zur Krisenbekämpfung bereits von einer G2-Weltregierung die Rede war, in der die beiden Wirtschaftsblöcke gemeinsam eine Leithammelrolle übernehmen würden. Aus heutiger Sicht scheint diese Idee wie ferne Vergangenheit.
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Viele Zeichen stehen auf Konfrontation: Schon der Klimagipfel von Kopenhagen hat überdeutlich gemacht, dass Peking kein Interesse hat, geopolitische Verantwortung zu übernehmen. Im Reich der Mitte überwiegt wieder Paranoia: Das zeigen die Hackerangriffe auf Google ebenso wie die drastischen Haftstrafen für Dissidenten.
Die Eurasia-Analysten erwarten, dass China auch bei Atomwaffen, beim internationalen Handel sowie in Afghanistan und Irak weitere Rückzieher machen könnte. Schließlich ist die wirtschaftliche Kooperation mit den USA für Peking heute und in absehbarer Zukunft viel weniger erfolgversprechend als noch vor einigen Jahren. Stattdessen konzentriert sich die Volksrepublik auf eigene Stärken - die Binnennachfrage und auf die "nationalen Champions" unter Chinas Firmen.
Zwar bleibt die wechselseitige Abhängigkeit wegen der hohen Dollar-Reserven und US-Schuldverschreibungen, auf denen China sitzt, aufrecht. Innenpolitische Gründe - konkret die im Herbst 2010 anstehenden Halbzeitwahlen - werden Präsident Obama darüberhinaus aber nötigen, zu China auf kritische Distanz zu gehen. Insbesondere in Streitfragen wie den Zöllen, der Währungs- und Klimapolitik wird Obama kaum umhinkommen, Peking scharf zu kritisieren.
Die US-Bemühungen, globale Ungleichgewichte abzubauen, werden auf chinesischer Seite zumindest auf wenig Widerhall, wahrscheinlicher noch auf Widerstand stoßen. Was nur allzu rasch in eine Spirale der wechselseitigen Eskalation münden könnte.
Siehe auch:Heimische Hoffnungsträger in China
+++ Chinas Kurswechsel nährt Sorgen über die Erholung
+++ Fischer: Sensibel bei der Stabilität
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