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Mehr als 200 Schüler aus ganz Österreich diskutierten letzte Woche in Eisenstadt bei einem von Schülerunion und Wirtschaftsbund gemeinsam unter dem Motto "Wir erweitern" veranstalteten Kongress mit Experten über die Chancen der europäischen Erweiterung und ihre persönlichen Chancen am Arbeitsmarkt der Zukunft. Im Mittelpunkt der Schüler-Forderungen: Ein Perspektivenwechsel in Richtung unserer östlichen Nachbarstaaten.
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Das Besondere an diesem Erweiterungskongress: Es wurde nicht darüber diskutiert, ob durch die Erweiterung das Bruttoinlandsprodukt nun um 0,5 Prozent oder 0,7 Prozent mehr wachsen wird. Die zentrale Frage lautete: Wie kann sich der einzelne Schüler optimal auf die Erweiterung vorbereiten? Denn um sich einen gut dotierten, herausfordernden und interessanten Arbeitsplatz am Markt von morgen zu sichern, ist heute mehr denn je eine international ausgerichtete, zielstrebige Ausbildung nötig. Dabei sind, neben fachlicher Kompetenz, vor allem auch praktische Ansätze und die Weltoffenheit der Studierenden gefragt.
Die Themen des Kongresses reichten von "Ausland und Karriere - ist diese Verbindung ein Muss?" über "Bildungssysteme - ist Österreich hier fit!" bis zu "Ausbildung - europäische 'Reife' gefordert!". Dabei hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus Politik, Bildung und Wirtschaft sowie mit Schülern aus den Beitrittskandidatenländern die aufgeworfenen Fragen in mehreren Arbeitskreisen zu erörtern. Bei der abschließenden Diskussion mit Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf, dem Europa-Abgeordneten und Wirtschaftssprecher der EVP Othmar Karas und weiteren Experten aus Wirtschaft und Ministerien präsentierten die teilnehmenden Schüler ihre Forderungen.
Im Mittelpunkt der Forderungen vieler Teilnehmer stand ein Perspektivenwechsel in Richtung der östlichen Nachbarländer, da in diesen Regionen die größten wirtschaftlichen und politischen Chancen gesehen werden.
Ein solcher Perspektivenwechsel in Richtung Osten müsse auch hinsichtlich der angebotenen Sprachkurse und der verstärkten Inanspruchnahme von Austauschprogrammen seinen Niederschlag finden. Jan, ein tschechischer Austauschschüler, brachte diese Forderungen auf den Punkt, indem er sagte: "Wenn man die Sprache nicht spricht, kann man auch die Kultur und die Menschen nicht verstehen." Schließlich seien Sprachen stets der Schlüssel zum Land, der Kultur und den Menschen.
Die Diskussion mit den Unternehmern lenkte die Aufmerksamkeit der Schüler aber auch auf eine oft unerkannte Karrierechance - die Selbständigkeit. "Als künftiger Unternehmer ist für mich der Erweiterungsmarkt wichtig, da ich dort investieren möchte", meinte ein begeisterter Schüler.
Die Frage nach der "Fitness" des österreichischen Bildungssystems wurde generell positiv beantwortet. "Es gibt mittlerweile zahlreiche Kooperationsprojekte zwischen Schule und Wirtschaft", so Margit Heissenberger, Geschäftsführerin von Unternehmen Bildung, einer Initiative des Bildungsministeriums.
Sowohl die Bundesobfrau der Schülerunion Rita Sommersguter als auch WB-Generalsekretär Kopf legten ein Bekenntnis zur weiteren Kooperation ab. Man wolle nicht bloß in der Schule über die Wirtschaft lernen, sondern mit der Wirtschaft gemeinsam die Zukunft gestalten. "Ein modernes Bildungssystem braucht die Offenheit über die Schule hinaus, um mit den Herausforderungen globalisierten Wirtschaft vertraut zu werden und sich schon frühzeitig die notwendigen Qualifikationen anzueignen," so Sommersguter.
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