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Ex-Präsident Toledo ist Favorit. | Fujimori würde harte Linie fahren. | Lima. (dpa) Selten war eine Präsidentenwahl in Peru so spannend wie die an diesem Sonntag. Gleich fünf Kandidaten drängeln sich auf den vorderen Plätzen der Umfragen. Drei von ihnen haben laut Umfragen in etwa gleich gute Chancen, den Einzug in die Stichwahl im Juni zu schaffen. Von diesen vertreten zwei eher extreme Positionen.
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Vom Wahlausgang hängt ab, ob die konservativ-liberale Wirtschaftspolitik von Amtsinhaber Alan Garcia fortgesetzt wird oder ob Peru die Gruppe der den USA freundlich gesonnenen Länder wie Chile und Kolumbien verlässt und auf einen eher linksgerichteten Kurs wie Venezuela, Ecuador oder Bolivien umschwenkt.
Je nach Umfrage mit wenigen Prozentpunkten vorn oder auch mal an zweiter oder dritter Stelle liegt der liberale Zentrumspolitiker und frühere Präsident Alejandro Toledo (65). Unter seiner Präsidentschaft erlebte das südamerikanische Land zwischen 2001 und 2006 eine Phase relativer Stabilität und wirtschaftlichen Wachstums.
Dem Politiker aus ärmsten Verhältnissen, der sich in Kinderjahren als Schuhputzer durchschlug, wird von seinen Kritikern jedoch ein frivoler Lebensstil und das Fehlen politischer Ideen vorgeworfen. Dennoch dürfte er viele Stimmen der städtischen Mittelschicht bekommen, die ihn schlicht als kleineres Übel ansieht.
Dicht auf den Fersen oder auch manchmal leicht vor ihm sind zwei eher extreme Kandidaten: der frühere Militär Ollanta Humala, der einen linken Nationalismus propagiert, und die Tochter des inhaftierten früheren Präsidenten Alberto Fujimori, Keiko, die an die autoritäre Politik ihres konservativen Vaters anknüpfen will.
Toledo, Humala und Fujimori liegen in den Umfragen jeweils leicht über 20 Prozent der Stimmen. Zwei weitere Kandidaten, der Liberale Pedro Pablo Kuczynski und der Mitte-Rechts-Politiker Luis Castaneda folgen mit wenigen Prozentpunkten Abstand.
Humala scheitertebei der letzten Wahl
Humala war bei der Wahl 2006 an Garcia gescheitert, der souverän mit mehr als 50 Prozent gleich in der ersten Runde gewann. Auch Garcia erschien damals vielen Peruanern als die "sicherere Wahl". Humala stand nicht nur sein extremer Nationalismus im Weg, sondern auch die Unterstützung durch den linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Der verbale Haudegen ist in Peru herzlich unbeliebt.
Humala hat dieses Mal versucht, Abstand zu Chavez zu halten. Auch äußert sich der 47-Jährige viel zahmer als vor fünf Jahren. Seine Kritiker werfen ihm vor, lediglich Kreide gegessen zu haben. Humala werde die Wirtschaft verstaatlichen, das Land mit seinem antiquierten Nationalismus international isolieren, die Demokratie aushebeln und sich an die Macht krallen, heißt es. Und Chavez sang zuletzt auch wieder Loblieder auf Humala, was diesen kaum erfreut haben dürfte.
Keiko Fujimori verspricht, die Politik der harten Hand ihres Vaters fortzusetzen und dem Land weiteres Wirtschaftswachstum zu bescheren. Sie findet ihre Wähler vorwiegend in den ärmeren Bevölkerungsschichten. Viele Peruaner verbinden den Familiennamen Fujimori jedoch mit den Menschenrechtsverletzungen und der Korruption der Amtsjahre ihres Vaters von 1990 bis 2000. Für diese Verbrechen wurde er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
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