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Petra Harlieb und Claus-Ulrich Bielefeld

Von Gerald Schmickl

Reflexionen
Petra Harlieb: "Ich könnte mir, offen gestanden, nicht vorstellen, alleine vor 350 leeren Seiten zu sitzen. Foto: Andreas Pessenlehner

Die Buchhändlerin Petra Harlieb und der Journalist Claus-Ulrich Bielefeld sprechen über ihren gemeinsam verfassten Wien-Berlin-Krimi "Auf der Strecke", die Freuden und Probleme eines Autoren-Duos - und die Nähe zu ihren Figuren.


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"Wiener Zeitung": Wie kommen eine Wiener Buchhändlerin und ein Berliner Rundfunkredakteur dazu, gemeinsam einen Krimi zu schreiben? Petra Hartlieb: Darf ich heute beginnen? ( Lacht, Bielefeld nickt .) Also, die Idee ist auf der Frankfurter Buchmesse entstanden, während eines Mittagessens, bei einem Glaserl Wein - sonst wären wir vielleicht nicht darauf gekommen! -, damals haben wir über Buchtrends gesprochen, vor allem über Krimis, die mittlerweile ja fast jeder Verlag hat. Nur über Wien/Berlin gibt es noch nichts, haben wir erstaunt festgestellt. Und dann haben wir relativ spontan entschieden, dass wir selbst etwas darüber machen wollen.

Claus-Ulrich Bielefeld: Wir haben zuerst einmal mit der Idee gespielt, haben uns also einen Fall überlegt. Da wir beide berufstätig sind und nicht viel Zeit für Recherchen haben, war schnell klar, dass wir den Fall am besten im Literaturmilieu ansiedeln, das wir beide ja gut kennen. Und dann waren wir schon mittendrin in den relevanten Fragen: Also, wer schreibt die ersten zehn Seiten, wer die nächsten, usw.

Und wer hat dann die ersten zehn Seiten geschrieben? Bielefeld: Das war ich, so viel darf man, glaube ich, verraten. ( Harlieb nickt .) Ja, und dann gab es bald einen point of no return , und so haben wir diesen Fall Schritt für Schritt während des Schreibens weiter entwickelt.

Hartlieb: Was wir bald wussten, war, wer ermordet wird - und wer die beiden Hauptfiguren sein sollen, nämlich die Chefinspektorin Anna Habel in Wien und der Hauptkommissar Thomas Bernhardt in Berlin.

Bielefeld: Klar war uns auch, dass der Roman auf der Frankfurter Buchmesse enden wird, dass es dort eine Art Showdown geben muss. Denn wenn uns die Idee schon in Frankfurt kommt, dann soll der Roman dort auch zu Ende gehen!

Vom berühmten italienischen Autorenduo Fruttero & Lucentini heißt es, dass der eine immer tausend Seiten geschrieben habe, von denen der andere dann achthundert wegstrich. Wie sah der konkrete Schreibprozess bei Ihnen beiden aus? Bielefeld: Nein, so war´s bei uns nicht ( lacht ), da waren wir schon effizienter. Wir können getrost sagen, dass es eine 50:50-Gemeinschaftsproduktion war. Wir haben abwechselnd geschrieben, aber nicht immer scharf voneinander getrennt. Meine Wiener Kollegin hat manchmal auch kleine Berliner Szenen geschrieben, und ich die eine oder andere in Wien. Seit es E-Mails gibt, ist das ja kein großes Problem: Man schreibt zehn oder zwanzig Seiten - und die schickt man dann weg und hat ein paar Tage Ruhe.

Hartlieb: Das ist auch das Schöne daran: Man hat immer wieder kleine Pausen, in denen man sich sammeln kann, ein paar Ideen aufschreiben, aber dann wartet man doch: Was kommt jetzt aus Berlin?

Das war also auch für Sie spannend? Hartlieb: Ja, ich schreibe immer ein Kapitel mit einem sogenannten Cliffhanger am Schluss. Ich lasse es etwa mit einem Telefonat zwischen Anna Habel und Thomas Bernhardt ausklingen. Und der Ton dieses Gesprächs ist sehr von meiner Tagesverfassung abhängig: Ist sie nett zu ihm, flirten sie miteinander, oder zickt sie ihn an!? Und dann warte ich, was aus Berlin kommt. Ich könnte mir, offen gestanden, nicht vorstellen, alleine vor 350 leeren Seiten zu sitzen. Nicht, weil ich Angst hätte, es nicht zu schaffen, sondern weil ich einfach ein Kontra brauche, einen Impuls von außen.

Petra Harlieb und Claus-Ulrich Bielefeld. Foto: Andreas Pessenlehner

Bielefeld: Manchmal läuft einem eine Figur ja auch davon, und die kann der Andere dann wieder einfangen. Wobei es uns beide überrascht hat, wie sich die Figuren entwickelt haben, das war oft von Tagesverfassungen abhängig. Und auf so manche Verblüffung des einen von uns beiden reagierte der andere wiederum mit einer Überraschung, sodass sich alleine schon daraus eine gewisse Lebendigkeit der Figuren und Szenen ergab.

Da die beiden Hauptfiguren nun schon mehrfach angesprochen worden sind, liegt eine Frage auf der Hand: Wie viel Hartlieb ist in Anna Habel, wie viel Bielefeld in Thomas Bernhardt enthalten? Die beiden Figuren sind zwar jeweils rund zehn Jahre jünger als ihre Verfasser, ihnen in anderen Belangen aber doch sehr ähnlich... Hartlieb: Das ist meiner kleinen Tochter auch sofort aufgefallen: "Ihr habt euch beide jünger gemacht!", hat sie gesagt ( lacht ). Ich kann und will gar nicht leugnen, dass die Anna Habel etwas mit mir zu tun hat, sie ist in gewisser Weise mein Alter Ego. Warum soll in einer Figur, an die ich mich so nahe heranschreibe, nicht auch etwas von mir enthalten sein? Sie ist, so wie ich, eine Oberösterreicherin, die mit 19 Jahren nach Wien gekommen ist - warum hätte ich sie etwa eine Vorarlbergerin sein lassen sollen? Sie wohnt dort, wo ich wohne, geht meine Wege. . .

. . . die sie unter anderem auch an einem Ihnen nicht ganz unbekannten Buchladen in der Währingerstraße vorbeiführen . . . Bielefeld: . . . der am Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet hat!

Hartlieb: Aber ich habe schon auch ziemlich viel erfunden. Die Figur hat sich manchmal erstaunlich verselbständigt. Für mich lebt sie mittlerweile. . .

. . . Sie würden sie also erkennen, wenn sie in Ihre Buchhandlung kommt! Hartlieb: Möglicherweise, obwohl ich so ein genaues Bild von ihr wiederum auch nicht habe.

Bielefeld: Natürlich geht man von den eigenen Erfahrungen aus. Auch ich bin als 19-Jähriger nach Berlin gekommen - und ein Interesse für mich bestand darin, die Stadt in ihren Entwicklungen ab den 70er Jahren zu beschreiben: Wie man in jenem Berlin, das noch von der Nachkriegszeit geprägt war, gelebt hat, wie es zu Zeiten der Studentenproteste ausgesehen hat, und wie zur Wende.

Es gibt eine auffallende Dichte an stadtsoziologischen Beschreibungen, vor allem in Berlin, während in Wien mehr das Atmosphärische überwiegt.

"Wir haben diesen Kriminalfall Schritt für Schritt beim Schreiben entwickelt": Petra Hartlieb und Claus-Ulrich Bielefeld (r.) im Gepräch mit "Wiener Zeitung"-Redakteur Gerald Schmickl. Foto: Andreas Pessenlehner

Bielefeld: Es soll auch eine Art Stadtporträt sein. Und dieses sehe ich natürlich durch meine eigene Brille. Aber es gibt auch Teile an Thomas Bernhardt, die nichts mit mir zu tun haben, die wir bewusst stilisiert und idealisiert haben. Er sollte einerseits ein Melancholiker sein, andererseits ein Zyniker - aber halt einer mit einer zarten Seele. . . So eine Figur ist einerseits ein Spiegelbild, andererseits eine ganz fremde Erscheinung.

Und wie sind Sie auf den Namen Thomas Bernhardt gekommen? Bielefeld: Ja, das ist natürlich eine kleine Hommage . . . Im Nachhinein sind wir vielleicht nicht immer ganz glücklich damit . . .

Hartlieb: Ich schon! Ich habe diese Namenswahl immer vehement verteidigt, auch gegen das Lektorat!

Bielefeld: Das ist ja einerseits ein Allerweltsname, andererseits einer, der bei Lesern ständig gewisse Assoziationen weckt. Damit haben wir zu Beginn mit großer Lust gespielt - nun muss man sich aber überlegen, ob man diesen Kommissar weiterhin eher bernhardesk auftreten lässt, oder ob er sich allmählich von diesem Literatennamen wegentwickeln darf.

Waren die Schauplätze in Wien und Berlin, an welchen dieser Roman vorwiegend spielt, von vornherein festgelegt? Hartlieb: Teils, teils. Mir war vor allem wichtig, dass die Anna Habel, so wie ich, nicht in Wien aufgewachsen ist - und sich somit einen Blick von außen auf die Stadt bewahrt hat, einen touristischen Blick, wenn man so will.

Bielefeld: Auch ich habe, obwohl ich schon so lange in Berlin lebe, noch einen fremden Blick auf die Stadt - und den kultiviere ich, indem ich darüber schreibe. Ich gehe also wie ein Stadtethnologe durch die Straßen - komme an Orte und Plätze, die mir früher einmal wichtig waren, und sehe sie nun auf eine neue, wenn man so will: literarische Art. Auch die sozialen Entwicklungen in bestimmten Stadtteilen und Kiezen interessieren mich, wie etwa in Neukölln oder in Kreuzberg. Eines unserer Ziele war ja auch, dass man diesen Roman wie einen Stadtführer verwenden kann - daher müssen die Beschreibungen und Verortungen stimmen.

Obwohl die beiden Hauptfiguren keine geborenen Städter sind, verkörpern sie doch - zumindest für den jeweils anderen - das typisch Wienerische oder Berlinerische. Schreibt man sich da an den jeweiligen Klischees entlang - oder entwirft man neue? Bielefeld: Beides - man schreibt einerseits an den Klischees entlang, versucht diese auch zu ironisieren, andererseits entwirft man neue. Der andere weiß ja nie, was ihn erwartet, was dem komischen Berliner jetzt wieder einfällt, oder der blöden Wienerin.

Claus-Ulrich Bielefeld: "Wir sind gar keine richtigen Krimi-Autoren." Foto: Andreas Pessenlehner

Haben sich diese gegenseitigen Vorhaltungen - also das ist wieder einmal typisch Berlinerisch oder Wienerisch! - auch auf Ihrer persönlichen Ebene wiederholt? Hartlieb: Aber ja! Manchmal telefonieren wir miteinander - und im Laufe des Gesprächs kommen wir darauf, dass wir diesen Dialog eigentlich 1:1 in den Roman übernehmen können. Und dabei spielt das Verhältnis von Deutschen und Österreichern oft eine Rolle. Das ist ja für mich, die ich lange Zeit in Deutschland gelebt habe und mit einem deutschen Mann verheiratet bin, eine Art Lebensthema. Was verbindet uns, was trennt uns? Warum hat die österreichische Chefinspektorin immer einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber ihrem deutschen Kollegen - und das Gefühl, als nähme sie dieser nicht ganz ernst? Dabei hat sie mindestens so viel Ahnung wie er, mindestens! ( lacht )

Bielefeld: Neben dem Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern, zwischen Berlinern und Wienern, spielt natürlich auch jenes zwischen einem älteren Mann und einer jüngeren Frau eine entscheidende Rolle. Es ist also eine Mixtur - ein Spiel mit Mentalitäten, auch mit Klischees, aber die sollen sich nie verfestigen. Jeder von uns hatte freilich immer auch die Möglichkeit, beim Anderen gegenzusteuern - also zu sagen: so nicht! Manchmal habe ich mir schon gedacht: Die Petra redet ja jetzt wie die Anna Habel, das ist unerträglich!

Hartlieb: Das größte Veto gab es interessanterweise immer bei Äußerlichkeiten. Wenn er etwa eine Szene mit der Anna Habel schreibt und ihr etwas anzieht, was mir überhaupt nicht gefällt. Dann schreie ich sofort auf: So etwas würde die Habel nie anziehen!

Bielefeld: Wir hatten eigentlich nur einen einzigen kleinen Dissens: Da habe ich die Habel in ein gelbes Kostüm gesteckt - und das passte der Petra gar nicht. Aber die Habel hat es am Ende immer noch an!

Diese beiden Ermittler kämpfen zwar eine Zeitlang sehr heftig mit- und gegeneinander, kommen sich dann aber auf sehr zärtliche, ja amouröse Weise doch nahe . . . Hartlieb: Ja, auch das war nicht geplant - und hat mit uns beiden übrigens gar nichts zu tun!

Bielefeld: Das war in gewisser Weise auch die Logik der Geschichte - und die Logik der Serie, denn wir schreiben ja weitere Bücher mit den beiden Figuren. Und wenn es da nicht dann und wann knistert, funkt und auch zischt, würde es rasch langweilig werden.

Hartlieb: Daher können die beiden auch nie wirklich ein Paar werden - das wäre langweilig. Immer so irgendwie dazwischen halt. Aber das überlassen wir der Eigendynamik und dem Zufall. So, wie wir das bisher ja auch getan haben. Wir hatten genug damit zu tun, den Kriminalfall halbwegs zu überblicken.

War die Lösung von Anfang klar? Bielefeld: Nee, wir waren oft doofer als die beiden Kommissare, hatten manchmal keine Ahnung, in welche Richtung sie ermitteln sollten. Daher war es auch für uns spannend. Hätten wir genau gewusst, wie alles abläuft, wäre uns beim Schreiben wahrscheinlich langweilig geworden.

Hartlieb: Beim zweiten Roman, an dem wir gerade arbeiten, haben wir ein festeres Konzept. Aber auch das haben wir schon wieder dreimal verworfen.

Wussten sie während des Schreibens an dem Roman, dass er in einem so prominenten Verlag wie Diogenes erscheinen würde? Hartlieb: Nein, wir hatten keine Ahnung. Wir haben den Text fertig geschrieben, ihn bis dahin niemanden gezeigt, und erst dann habe ich mich auf Verlagssuche begeben - und war darin ja nicht unerfolgreich. . .

Bielefeld: Erstaunlicherweise! Für mich war es ja nicht so einfach, als Literaturkritiker, der quasi auf der anderen Seite über Jahrzehnte hinweg bei Büchern den Daumen gehoben oder gesenkt hat, nun selbst in der Auslage zu stehen.

Hartlieb: Das ist für mich als Buchhändlerin überhaupt kein Problem. Darum war bei mir die Freude auch uneingeschränkt groß, während Claus-Ulrich einige Tage lang unter Schock stand, als klar war, dass wir tatsächlich erscheinen werden.

Wird der nächste Roman, der nun schon mehrfach angesprochen wurde, wieder im Literatenmilieu spielen? Hartlieb: Nein, das war beim ersten einfach eine pragmatische Entscheidung, weil wir aufgrund von Zeitmangel ein Milieu nehmen mussten, in dem wir uns beide auskennen. Aber wir können ja nicht in jedem Roman einen Buchmenschen umbringen lassen. . .

Na ja, man könnte etwa die Autoren der Reihe nach durchgehen. Manche Leser und Kritiker glaubten ja in "Auf der Strecke" bereits zwei namhafte österreichische Autoren als Protagonisten ausgemacht zu haben, nämlich Daniel Kehlmann und Thomas Glavinic. Können Sie dieser Interpretation etwas abgewinnen? Bielefeld: Nicht direkt. Beide Figuren sind Mischformen, da sind mindestens fünf Schriftsteller darin enthalten, aber auch nur zum Teil, manches ist frei erfunden. Wie stellt man sich einen jungen Autor vor, der erfolgreich ist?

Da landet man relativ schnell bei Kehlmann . . . Hartlieb: Aber es gab ja noch ganz andere Vermutungen. Manche glaubten den Dichter Xaver Bayer darin zu erkennen, weil der - so wie unser Xaver Puchner - in der Bäckerstraße wohnt, was wir aber gar nicht wussten.

Sie haben anfänglich im Gespräch erwähnt, dass fast alle Verlage mittlerweile Krimireihen haben. Warum sind Krimis noch immer so erfolgreich? Hartlieb: Nicht alle sind erfolgreich, das sage ich jetzt als Buchhändlerin. Es erscheinen auch viele, die sich nicht verkaufen. Aber grundsätzlich glaube und erfahre ich, dass gut gemachte und gut geschriebene Krimis ein sehr breites Publikum ansprechen. Auch viele literarisch anspruchsvolle Leser mögen Krimis. Man hat darin einfach viele Möglichkeiten, Dinge anzusprechen und unterzubringen.

Bielefeld: Das weist auch darauf hin, dass wir selbst gar keine richtigen Krimiautoren sind. Uns interessieren nicht der Mord oder die Grausamkeit des Verbrechens, sondern der Kriminalfall ist nur der Rahmen, innerhalb dessen wir über Themen schreiben, die uns interessieren, eben, wie schon gesagt, über Berlin, Wien, über persönliche Wahrnehmungen usw.

Manchmal denke ich gar nicht an den Fall - und muss erst daran erinnert werden, dass wieder etwas passieren muss, dass etwa ein neuer Verdächtiger aus dem Hinterhalt aufzutauchen hat. . .

Hartlieb: Ich finde wiederum interessant, dass diese Polizisten beide eine politisch linke Vergangenheit haben - und nun auf der anderen Seite stehen, also auf jener des Establishments, und für Ordnung sorgen müssen. Auch das ist ein spannender Prozess, denn gesellschaftskritisch sind sie ja noch immer.

Zur PersonPetra Hartlieb, geboren 1967 in München, ist in Oberösterreich aufgewachsen. Nach dem Studium von Psychologie und Geschichte in Wien arbeitete sie als Pressebetreuerin eines Verlags und als Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Seit 2001 betreibt sie, gemeinsam mit ihrem Mann, eine Buchhandlung in Wien-Währing.

Claus-Ulrich Bielefeld, geboren 1947 in Bad Schwalbach, studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie. Er ist seit vielen Jahren Redakteur beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) sowie Literaturkritiker für diverse Zeitungen; er lebt in Berlin.

Auf der Strecke. Ein Fall für Berlin und Wien heißt der erste, gemeinsam von Petra Harlieb und Claus-Ulrich Bielefeld verfasste Roman, der soeben im Diogenes Verlag Zürich, erschienen ist. Es geht darin um den jungen, erfolgreichen österreichischen Autor Xaver Pucher, der auf dem Weg zu seinem Agenten, dem er ein neues Manuskript überreichen will, in einem Schlafwagenabteil auf der Strecke zwischen Wien und Berlin ermordet wird. Die Aufklärung des Falles liegt in den Händen der temperamentvollen Wiener Chefinspektorin Anna Habel, Ende dreißig, und des sarkastischen, bisweilen zur Melancholie neigenden Berliner Hauptkommissars Thomas Bernhardt (sic!), Mitte fünfzig. Nach gegenseitigen Vorbehalten kommen die beiden unterschiedlichen Ermittler einander im Laufe der Handlung immer näher und durchstreifen gemeinsam die Wiener und Berliner Literaten-, Künstler- und Politszene, bevor es zu einem Showdown auf der Frankfurter Buchmesse kommt.