Zum Hauptinhalt springen

Peugeot-Werk Trnava eröffnet

Von WZ-Korrespondentin Carola Palzecki

Wirtschaft

Autoindustrie lockt Investoren aus dem Ausland. | 300.000 Autos | sollen jährlich gebaut werden. | Pressburg/Trnava. Schon seit Juni 2006 läuft der Probebetrieb für die Produktion des Peugeot 207 im westslowakischen Trnava. Nun aber wird es ernst: Gestern, Donnerstag, wurde das Werk des nach Volkswagen zweitgrößten Automobilherstellers in der Slowakei feierlich eröffnet, danach wird der Wagen regulär vom Band laufen. 300.000 Autos sollen dann jährlich im Drei-Schichten-Betrieben in Trnava hergestellt werden, für dieses Jahr sind 50.000 Wagen veranschlagt.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 17 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Neben dem regulären Peugeot 207 wird in Trnava auch eine speziell für den slowakischen Markt entwickelte Variante dieses Wagentyps hergestellt.

Die leuchtendweißen Fassaden der "Jahrhundertinvestition", wie der damalige Wirtschaftsminister Robert Nemcics die Entscheidung von PSA Peugeot Citroen für das umgerechnet 700 Mio. Euro teure Investment in der Slowakei genannt hatte, sind schon Kilometer vor der eigentlichen Werksausfahrt von der Autobahn aus zu sehen.

In nur drei Jahren ist hier ein kolossales Werk entstanden, mit dem das mitteleuropäische Land hervorragend demonstrieren kann, dass es inzwischen zur weltweiten Spitzenklasse unter den Produktionsstandorten der Automobildindustrie gehört. Doch es ist auch ganz im Interesse des französischen Investors, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wird.

Trnava ist strategischer Standort

Schließlich ist der Standort Trnava für den Autokonzern von herausragender strategischer Bedeutung. "Dank der hervorragenden geographischen Lage der Slowakei schließen wir mit dem Werk in Trnava die Schere zwischen Distribution und Logistik", betonte PSA Peugeot Citroen-Chef Jean-Martin Folz vor Journalisten.

Die Zukunftsmärkte des Unternehmens lägen auf dem Kontinent in Mittel- und Osteuropa. Dem sei man in bisher mit Produktionsstätten ausschließlich in Westeuropa nicht gerecht geworden. Zwischenzeitlich war erwogen worden, neben dem nun eröffneten Großwerk eine weitere Betriebsstätte in Trnava zu errichten. Diese Pläne wurden jedoch bald verworfen. Gegebenenfalls könne die Produktion im Großwerk weiter diversifiziert werden, stellte Folz am Donnerstag klar.

Höchste Pro-KopfProduktion

Mit der Aufnahme der regulären Produktion in Trnava rückt die Slowakei weiter dem Ziel nahe, im kommenden Jahr weltweit das Land mit der höchsten Pro-Kopf-Produktion von Autos zu werden. Insgesamt trägt die Branche Automotive knapp 27 Prozent zur gesamten Wertschöpfung des Landes bei.

Konsequenterweise sind es auch Investitionen von Investoren aus der Automobilwirtschaft, die das Land im vergangenen Jahr mit Blick auf die Auslandsinvestitionen weiter nach vorne brachten. Nach Angaben der führenden Wirtschaftszeitung "Hospodárske noviny" rangiert die Slowakei innerhalb der 25 Länder der Europäischen Union inzwischen an 20. Stelle und hat damit auch einige größere Länder wie etwa Polen überholt.