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Pfusch könnte um 800 Millionen Euro sinken

Von Brigitte Pechar

Wirtschaft
Gartenarbeit kann künftig von Helfern gegen Bezahlung legal erledigt werden. bilderbox

Potenzial für Dienstleistungsscheck bei 1,3 Millionen Haushalten. | Haushaltshilfen und Babysitter können profitieren. | Wien. Ab 1. Jänner 2006 gibt es den Dienstleistungsscheck. Er gilt für einfache haushaltsnahe Arbeitsverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2005 abgeschlossen werden. In Österreich arbeiten geschätzte 150.000 Personen als Putzfrauen, Haushaltshilfen oder Babysitter in Privathaushalten. Mehr als 90 Prozent sind nicht angemeldet.


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Ändern soll das der Dienstleistungsscheck. Damit werde diese Art der Beschäftigung auf eine rechtlich einwandfreie Basis gestellt und gleichzeitig eine soziale Absicherung für die Arbeitnehmer geschaffen, betonte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein gegenüber der "Wiener Zeitung". Der Arbeitgeber habe dagegen die Sicherheit, jemanden legal zu beschäftigen, er könne sozusagen etwas gegen sein schlechtes Gewissen tun.

Der Opposition ist dieses Modell dennoch nicht Recht. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures verweist darauf, dass der administrative Aufwand die zusätzlichen Einnahmen für die Sozialversicherung deutlich übersteigen würden. Auch Grünen-Sozialsprecher Karl Öllinger hält sich mit Lob zurück: "Das ist eine Sackgasse - vor allem für Frauen, weil damit kein echter Zugang zum Arbeitsmarkt verbunden ist."

"Der Dienstleistungsscheck ist eine anreizorientierte Maßnahme, die sehr viel Sinn macht", erklärte dagegen der Linzer Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Er schätzt, dass sich dadurch der Pfusch in Österreich um 800 Millionen Euro reduzieren wird. Dabei geht der Schattenwirtschaftsexperte davon aus, dass ein Potenzial von etwa 1,3 Millionen Haushalten den Scheck nützen werde, wobei er annimmt, dass pro Haushalt jährlich etwa 600 Euro für Dienstleistungen ausgegeben werden.

Insgesamt beträgt die im Pfusch erwirtschaftete Leistung heuer 22 Milliarden Euro. Das sind 10 Prozent des BIP. Schneider sieht das aber nicht dramatisch: Österreich liege am unteren Ende der OECD-Statistik.

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