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Phoenix-Extrusion Technology ist pleite

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Hersteller von Extrusionswerkzeugen schlittert mit 2,765 Millionen Euro Schulden ins Aus.


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Kirchdorf an der Krems. Nach der Pleite der Firma Technoplast muss das oberösterreichische Kremstal eine weitere "Extrusions-Pleite" hinnehmen. Laut Harald Neumüller vom KSV1870 hat die Phoenix-Extrusion Technology GmbH, Hersteller von Extrusionswerkzeugen für Kunststoffprofile, Konkurs angemeldet, 23 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen, zwei haben den Betrieb bereits verlassen.

Die Verbindlichkeiten

Die Schulden werden laut KSV1870 mit 2,765 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 1,3 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten. Hausbank ist die Raiffeisenbank Micheldorf. Rund 800.000 Euro schuldet der Betrieb seinen Lieferanten, 300.000 Euro seinen Mitarbeitern und 300.000 Euro der Greiner-Gruppe aus einem Darlehen.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit 935.500 Euro beziffert, davon entfallen 800.000 Euro auf zwei Liegenschaften, die mit 802.000 Euro zugunsten der Raiffeisenbank Micheldorf verpfändet sind. Rund 64.000 Euro beträgt der Wert des Maschinenparks.

Die Vorgeschichte

Anfang 2009 haben die Geschäftsführer Alexander und Michael Heider und Karlheinz Berger das Unternehmen gegründet. Sie waren zuvor bei den Firmen Gruber Extrusionstechnik, Technoplast bzw. Greiner als Facharbeiter tätig. "Zwar war die Wirtschaftskrise damals durchaus schon spürbar, man hat aber eine Chance im Marktsegment gesehen", heißt es im Konkursantrag. Die Umsatzerlöse kletterten von 470.400 Euro auf 2, 44 Millionen Euro im Jahr 2010, der operative Gewinn betrug 79.577 Euro, der Bilanzverlust 182.571 Euro. "Im Jahr 2011 kam es zu einem negativen Betriebsergebnis in der Höhe von 1,159 Millionen Euro", heißt es im Antrag weiter. Grund sei die Entwicklung des "ABS PC Kabelkanals" gewesen, der personal- und damit
kostenintensiv war. ABS steht für den Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol und PC für Polycarbonat.

"Die Antragstellerin wäre zwar wohl nunmehr Weltmarktführerin in diesem Bereich – allerdings kommt das offenkundig zu spät", wird im Konkursantrag bedauert. "Das Projekt mit einem Auftragsvolumen von rund 900.000 Euro konnte erfolgreich abgewickelt werden und man hat
gehofft, die Verluste in den nachfolgenden Jahren kompensieren zu können." Nachsatz:" Es gab und gibt Zusagen dieses Kunden, entsprechende Aufträge zu vergeben." Doch diese Entwicklung brachte Phoenix-Extrusion in enorme Liquiditätsschwierigkeiten.

Laut KSV1870 versuchten die Geschäftsführer, neues Kapital aufzutreiben. Doch im vergangenen Halbjahr verschlechterte sich die Marktsituation extrem.

Rettung letztendlich gescheitert

"Auch mit der Firma Greiner, dem Hauptlieferanten und Partner der Antragstellerin wurde ein entsprechendes Gespräch geführt, allerdings haben sich diese Verhandlungen wieder zerschlagen", heißt es im Antrag. "Zuletzt hat man gehofft, über einen Investor neues Kapital aufzubringen, wobei man aber gleichzeitig ein gerichtliches Sanierungsszenario unter Einbeziehung der Hauptgläubiger
vorbereitet hat."