PodcastDie Firma Pioneer, einer der größten Saatgut-Konzerne, steht wieder unter Beschuss. Greenpeace und der Bioverband "Ernte fürs Leben" wehren sich gegen Unterstellungen des Multis, wonach auch Bio-Saatgut gentechnisch verunreinigt wäre.
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Zum Thema Gentechnik ist ein heftiger Streit entbrannt. Nachdem Greenpeace die Firma Pioneer schon seit längerem anprangert, weil diese gentechnisch verändertes Saatgut in Umlauf brächte, versucht der Multi nun nachzuweisen, dass auch Mais aus biologischem Anbau nicht frei von Gentechnik ist. "Hundert Prozent reines Saatgut ist technisch nicht möglich", meint die Pioneer Saaten GmbH. Gegen diese schweren Geschütze laufen Vertreter des Bio-Landbaus Sturm. "Detaillierte Tests haben ergeben, dass der Bio-Mais garantiert gentechnikfrei ist", betont Herbert Allerstorfer vom Bioverband. Er fordert besseren Schutz für die heimischen Bio-Bauern. "Wir brauchen ein Saatgutzulassungssystem à la Schweiz und ein bundesweites Gentechnik-Monitoring-System."
"Insgesamt hat Pioneer fast 200 Tonnen verunreinigtes Saatgut verkauft", erläutert Thomas Fertl, Greenpeace-Gen-Experte. Pioneer solle sich auf die Produktion von sauberem Saatgut konzentrieren, anstatt Gerüchte über den Bio-Landbau in die Welt zu setzen. Er fordert von den Politikern die Veröffentlichung aller Messergebnisse und Maßnahmen zur Vermeidung von Saatgutverunreinigung. Fertl: "Der geplanten Festschreibung von Grenzwerten zur Legalisierung von Verunreinigungen erteilen wir eine Absage".
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